US-Investoren schielen nach Europa

Warren Buffett will deutsche Unternehmen kaufen

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Vergangene Woche kaufte sich Warren Buffett den deutschen Motorradvertrieb Detlev Louis. Europa sei ein interessantes Pflaster für ihn, begründete der US-Investor den Hamburger Deal. Im Interview mit dem Handelsblatt wird er nun deutlicher: „Wir interessieren uns auf jeden Fall dafür, weitere deutsche Unternehmen zu kaufen“. Das nötige Kleingeld dafür hat er in der Tasche. „Wir können für jedes Unternehmen – egal in welcher Größe – bar bezahlen“, so die klare Ansage von Buffett.

Buffett hofft, dass nun auch andere deutsche Firmen an ihn denken, wenn sie verkaufen wollen. Denen kann er versprechen, dass ihr Familienunternehmen bei seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway in guten Händen ist. „Wir verkaufen es nicht weiter“, so der 84-Jährige. Und versichert, dass er erfolgreichen Unternehmen freie Hand gebe, ihre Geschäfte weiterzuführen wie bisher.

Dass der schwache Euro Hauptgrund für seine Ambitionen in Deutschland sei, weist Buffett zurück. Es geht ihm darum, gute Unternehmen zu kaufen, „die von guten Leuten geführt werden und sich an guten Orten befinden“. Und vergleicht den Deal mit der Ehe. „Wenn Sie morgen heiraten, dann ist es Ihnen egal, was heute in der Zeitung steht.“ Schließlich geht es nur darum, den Richtigen zu heiraten. Auf dem deutschen Markt geheiratet hat Buffett schon 1998. Seither gehört ihm Generel Re, früher unter dem Namen Kölnische Rückversicherer bekannt.

Doch Buffett interessiert sich nicht nur für Deutschland. Auch in Italien habe er bereits Gespräche mit Unternehmen geführt.

Buffett ist laut Handelsblatt nicht der einzige US-Investor, der sich nach interessanten Objekten in Deutschland umschaut. Im vergangenen Jahr kauften sich ausländische Investoren in deutsche Unternehmen mit insgesamt 42,6 Milliarden Euro ein. 2013 übernahmen 436 ausländische Firmen deutsche Unternehmen, im vergangenen Jahr waren es schon 522. Die Gründe für das Interesse von Übersee: ein schwacher Euro und starke mittelständische Firmen hierzulande.

Genug Geld für die Shopping-Tour in Deutschland oder Europa haben die Investoren wohl vorrätig. In Private-Equity-Fonds stecke nach Branchenangaben 1,05 Billionen Euro – und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahr, weil institutionelle Investoren sich dort noch Rendite versprechen.

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