Wells Fargo übernimmt Zweitmarktpolicen, Foto: Getty Images

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US-Policenfonds von BAC: Totalverlust für Anleger möglich

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Rund 8.000 deutsche Anleger könnten einen Totalverlust bei acht Zweitmarktpolicen-Fonds der Berlin Atlantic Capital (BAC) erleiden. Die Policen aus dem Life Trust Asset Pool (LTAP) von BAC fallen heute dem Bankhaus Wells Fargo zu. Der Hintergrund: Das US-Bezirksgericht in Wilmington/Delaware hatte zuvor einen Antrag auf Gläubigerschutzverfahren („Chapter 11“) des LTAP abgelehnt. Im LTAP werden rund 400 US-Lebensversicherungspolicen aus den Fonds von BAC gebündelt.

Ursprünglich hatte der LTAP einen Kredit über rund 500 Millionen US-Dollar beim Bankhaus Wachovia aufgenommen. Wells Fargo hat Wachovia während der Finanzkrise übernommen und dann laut BAC die Kreditsumme auf 225 Millionen US-Dollar gekürzt.

Nachdem der LTAP im vergangenen Jahr in Schwierigkeiten geraten war, wollte BAC über das Chapter-11-Verfahren Zeit gewinnen, um über weitere Zwischenfinanzierungen verhandeln zu können. Das US-Gericht lehnte den Antrag jedoch am 21. Februar ab.

Zuvor hatte das US-Gericht Bedingungen für das Gläubigerschutzverfahren gestellt, wonach der Gläubiger mit dem Verfahren nicht schlechter gestellt werden dürfe und der LTAP seinen Prämienzahlungen nachkommen müsse. BAC zufolge hatte man zwar zwischenzeitlich die Hedgefonds-Gesellschaft Monarch Alternative Capital gewonnen, die bereit war, 40 Millionen Dollar einzulegen. Da aber dann den Krediten (insgesamt 265 Millionen Dollar) lediglich ein Policen-Wert von 232 Millionen Dollar gegenüber gestanden hätte, lehnte das Gericht das Verfahren ab, weil es nach seiner Auffassung Wells Fargo schlechter als ohne die Monarch-Beteiligung gestellt hätte.

Konsequenz für die Anleger der BAC-Fonds könnte laut dem Emissionshaus ein Totalverlust der Einlage sein. BAC teilte gegenüber DAS INVESTMENT.com mit, dass Einspruchsmöglichkeiten gegen die Entscheidung und Schadensersatzansprüche gegen Wells Fargo geprüft werden. BAC-Geschäftsführer Franz-Philippe Przybyl bedauert nach eigenem Bekunden sehr, dass sich die Entscheidung des Gerichts auf die kurzfristig niedrige Bewertung des LTAP-Portfolios stützt.

Mehrere Anwaltskanzleien haben bereits signalisiert,  dass Anleger auf Schadensersatzansprüche klagen wollen. So sammelt etwa Hahn Rechtsanwälte Anleger für einen Kläger-Pool. Die Klagen wolle man in erster Linie gegen Vertriebspartner der BAC-Policenfonds richten, wie die Kanzlei gegenüber DAS INVESTMENT.com darstellte.

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