US-Rating: Ultimatum aus China

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„Die andauernde Rezession in den USA, ausgelöst durch die mangelhafte Wirtschaftskompetenz der Regierung, hat die wirtschaftliche Basis für die Zahlungsfähigkeit zerrüttet“ – das sind direkte Worte, die da aus Peking über den Pazifik wehen. Frei übersetzt: Die US-Regierung ist nicht in der Lage, ihre Wirtschaft zu steuern und dadurch ihre Schulden zu bedienen. In ihrem aktuellen Bericht lassen die Analysten der chinesischen Rating-Agentur Dagong keinen Zweifel daran, was sie vom Politdebakel in Washington halten.

Selbst wenn sich Demokraten und Republikaner doch noch über eine erhöhte Schuldengrenze einigen könnten – es würde den Chinesen nicht reichen. Sie stellen fest: Ändert sich am Verhalten der Regierung nichts, stufen sie die Bonität der USA auf „ein angemessenes Niveau“ weiter herab. Sie wollen in nächster Zeit ein Ereignis oder eine Aktion sehen, die Zahlungsfähigkeit und Zahlungswillen der USA deutlich verbessert. Was das sei, lassen die Chinesen offen.

Dagong hingegen hatte bereits im Juli 2010 die USA von vornherein nur mit der Note AA in seinen Rating-Katalog aufgenommen. „Sie konnte keine Lösung für ihr langjähriges Staatsdefizit vorweisen“, begründete Dagong-Chef Guan Jianzhong gegenüber DAS INVESTMENT.com den Schritt. Schon im November ging es für das Rating um zwei Stufen auf A+ hinab.

Zunächst.

Damit sind sie ihren amerikanischen Konkurrenten Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch voraus. Denn die vergeben für die Schulden der Amerikaner noch immer die Bestnote AAA und heben immerhin ab und zu den Zeigefinger. Wirklich glaubwürdig wirkt das aber schon längst nicht mehr.

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