Martin Brückner ist Leiter des Portfoliomanagements bei First Private Wealth

Martin Brückner ist Leiter des Portfoliomanagements bei First Private Wealth

Vermögensverwalter-Fonds-Porträt

First Private Wealth: Defensiver Alpha-Jäger

Renditen von 5 bis 7 Prozent in jeder Marktlage, dazu eine Volatilität von 4 bis 5 Prozent. Oder weniger mathematisch formuliert: kontrolliert Chancen nutzen. Das ist das Ziel, das Martin Brückner mit dem First Private Wealth anpeilt.

Bislang ist ihm dies mit dem seit 2012 aktiv vermarkteten Fonds auch geglückt. So erzielte der weltweit anlegende Mischfonds mit flexibler Strategie über ein Jahr ein Plus von 6,67 Prozent, im Drei-Jahres-Zeitraum lag die Performance bei durchschnittlich 6,48 Prozent pro Jahr – und das bei einer Schwankungsbreite von jährlich 2,84 Prozent.

Damit gehört der First Private Wealth zu den 20 risikoärmsten der 744 Fonds umfassenden Vergleichsgruppe bei Morningstar, wo der Fonds seit 2012 mit fünf Sternen bewertet wird.

Auch die Rating-Agenturen Feri und Lipper geben dem First-Private-Fonds Bestnoten. Das gefällt zunehmend auch Anlegern: Seit Jahresanfang stieg das Fondsvermögen von 123 auf 237 Millionen Euro.

Attraktivste Titel aus den Bereichen Value, Growth und Quality

Bei der Asset Allocation hat Brückner freie Hand. Er achtet stets darauf, zu starke Abhängigkeiten von einzelnen Renditetreibern zu vermeiden. Den Aktienanteil gewichtet der Leiter des Portfoliomanagements bei First Private aktuell mit netto 20 Prozent: „Ich wähle die attraktivsten Titel aus den Bereichen Value, Growth und Quality aus. Beispielhaft für den gemischten Ansatz, den ich verfolge, ist die Münchner Rück mit einer Dividendenrendite von 4,9 Prozent.“

Seit einigen Monaten hat Brückner den Anteil von Zyklikern im Aktienportfolio zugunsten defensiver Titel reduziert. Auch bei den Anleihen hat er kürzlich Korrekturen vorgenommen: „Dort habe ich zugunsten liquider britischer und norwegischer Staatsanleihen umgeschichtet und den Anteil inflationsindexierter Anleihen reduziert“, erläutert Brückner.

Er kann auch in Rohstoffe über Exchange Traded Commodities (ETC) investieren, allerdings ist diese Anlageklasse in der Regel eher gering gewichtet.

Alternative Alpha-Strategien

Ein wichtiges Instrument zum Erreichen seiner Zielvorgaben sieht Brückner in alternativen Alpha-Strategien. Ihren Beitrag zur Performance beziffert er auf durchschnittlich 50 Prozent.

In diesem Bereich versucht der First-Private-Manger, über Derivate Erträge zu erzielen, die nicht von der Entwicklung der Aktien- und Rentenmärkte abhängen. Dabei spielen unter anderem Long-Short-Ansätze im Aktienbereich eine wichtige Rolle.

Seit Jahresbeginn erwirtschaftete Brückner mit seiner Mischung ein Plus von 5,68 Prozent. „Einen großen Beitrag hierzu lieferten etwa Dividenden-Futures, aber auch die im Fonds gehaltenen Unternehmensanleihen, Aktien und marktneutralen Aktienstrategien haben sich positiv entwickelt“, kommentiert Brückner.

Demgegenüber hätten die Absicherungsgeschäfte im Währungsbereich Performance gekostet, da der Euro anders als 2013 gegenüber vielen Fremdwährungen an Wert verloren habe.

Für 2015 ist Brückner zuversichtlich, die Zielvorgabe des Fonds erneut zu erreichen: „Ich gehe davon aus, dass die Aktienmärkte sich positiv entwickeln, allerdings erwarte ich auch starke zyklische Schwankungen. Insofern ist eine aktive Titelselektion wichtiger denn je. Angesichts der erhöhten Volatilität werden sich 2015 gerade für aktive Strategien mehr Gelegenheiten bieten.“

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