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Vermögensverwalter: „Gold steckt in einer Hausfrauen-Rally“

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DAS INVESTMENT.com: Die vergangenen Jahre verhielten sich Marktteilnehmer sehr prozyklisch. In guten und in schlechten Zeiten.

Heller: Daraus müssen alle lernen. Bei uns liegt die Aktienquote derzeit bei null. Wir haben uns neutral aufgestellt und nutzen Manager, die Long-Short-Strategien beherrschen. Lilian Co kann dieses Spiel in China, Ex-Fidelity-Mann Graham Clapp in Europa. Wir mögen Aktien, aber wir wollen unabhängig vom Herdentrieb sein.

DAS INVESTMENT.com: Relative Erträge statt einer absoluten Abhängigkeit?

Heller: Richtig. Wir schätzen alternative Investments und quantitative, regelbasierte Produkte wie etwa Trendfolgemodelle. Natürlich haben wir auch traditionelle Anlagen, größtenteils Renten. Zudem liegt viel Geld unserer Kunden in anderen Vermögensgegenständen. Das wichtigste Asset für die schwäbische Familie ist immer noch die Immobilie um die Ecke. Darum kümmern wir uns auch und natürlich um die Kreditseite. Zinskosten sind fast wichtiger als Gewinne aus Geldanlagen.

DAS INVESTMENT.com: Viele alternative Ucits-Fonds feierten erste Erfolge als unregulierte Cayman-Produkte. Die Historie sieht auch deshalb gut aus, weil es noch einen risikolosen Zins gab.

Hölscher: Den es nun kaum noch gibt.

DAS INVESTMENT.com: Sehen Sie nicht die Gefahr, dass die Ucits-Produkte jetzt nicht so laufen, wie sie sollen?

Heller: Dann sind sie ungeeignet. Aber das gilt für viele Produkte, die früher über den Geldmarktzins viel gemacht haben. Wir müssen die Erwartungen runterschrauben. Bei einem Geldmarktzins von einem Prozent ist eine Rendite von 3 Prozent ein gutes Ergebnis. Als krisenfest haben sich auch Managed Futures erwiesen. Mit entsprechenden CTA-Fonds haben wir im Krisenjahr 2008 sehr gutes Geld verdient. Sie sind sehr liquide und können die Richtung drehen, sodass auch in Katastrophenjahren Gewinne entstehen können.

Stubenrauch: Wir beobachten CTAs inzwischen auch, um vielleicht einige Positionen in den Dachfonds zu nehmen. Das könnte gerade in orientierungslosen Märkten Stabilität bringen.

DAS INVESTMENT.com: Welche Anleihen kaufen Sie?

Heller: Das ist derzeit die schwierigste Baustelle. Der über 30-jährige Zinssenkungszyklus ist wohl vorbei. Einfach Staatsanleihen zu kaufen, bringt deshalb vermutlich kaum noch Geld. Wir ersetzen deshalb klassische Rentenprodukte durch alternative Investments, die es vor fünf Jahren in der Breite noch gar nicht gab. Diese Manager sollen uns um die 6 Prozent abliefern, ohne dabei zu viel Ärger zu produzieren.

DAS INVESTMENT.com: Gibt es bei Ihnen nur Bundesanleihen oder auch welche aus den Problemländern mit der schönen Abkürzung PIIGS?

Stubenrauch: Unsere Zielfondsmanager haben kaum PIIGS-Anleihen in den Fonds. Damit fühlen wir uns sehr wohl.

Heller: Wir haben Manager wie beispielsweise Jochen Felsenheimer von Assenagon. Er kauft zwar PIIGS-Anleihen, sichert aber alle Risiken ab und behält die reine Fehlbewertung, das sogenannte Alpha. So etwas finden wir gut.
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