Fondsmanager Ingmar Przewlocka Foto: Schroders

Value, Renditen, Freiheiten „Viele Anleger unterschätzen die Inflationsgefahr“

DAS INVESTMENT: Sie waren mal bei einem großen Unternehmen, gingen dann zu einem kleinen Unternehmen und nun wieder zurück zu einem großen Unternehmen. War das nichts für Sie?

Ingmar Przewlocka: So etwas ist tatsächlich eine Typfrage. In diesem Fall war es so, dass ich bei Skalis neben dem Fondsmanagement noch viele weitere Aufgaben und Verantwortungen hatte. Deshalb kam irgendwann der Punkt, an dem ich mich entschied, wieder zu einem großen Unternehmen zu wechseln. Dort kann ich mich einfach besser auf meine Hauptaufgabe, das Portfoliomanagement, konzentrieren.

Büßen Sie nicht zu viele Freiheiten ein?

Przewlocka: Es gibt tatsächlich einige Konzerne, in denen ich nicht arbeiten möchte, weil es einfach nicht passen würde. Das kann vorkommen. Bei Schroders hat sich aber in den Gesprächen gezeigt, dass es sehr gut passt und sich zudem die Fähigkeiten ergänzen und ich meinen langjährigen erfolgreichen Ansatz ohne Einschränkungen anwenden kann. Das Unternehmen ist zudem sehr gut vernetzt, global ausgerichtet und hat eine große Plattform, auf die ich zugreifen kann. Das ermöglicht mir, Multi-Asset in seiner ganzen Breite umzusetzen.

>>>Den von Ingmar Przewlocka und Philippe Bertschi gemanagten Schroders Global Multi-Asset Balanced (ISIN: LU0776414087) finden Sie hier im Porträt.

Wie viel Freiheit haben Sie denn jetzt noch?

Przewlocka: Eine ganze Menge. Schroders hatte ausdrücklich jemanden mit Fähigkeiten gesucht, die im Gegensatz zum hauseigenen Investmentansatz steht. Deshalb hat unser Fonds einen eigenen Charakter. Wir sind sehr flexibel bei allem, was wir tun, können aber vollständig eingebettet in den Multi-Asset-Ansatz von Schroders mit seinen sehr weitreichenden Investment- und Research-Kapazitäten arbeiten.

Was machen denn Sie, und was macht Ihr Kollege Philippe Bertschi?

Przewlocka: Ich bin der Lead-Fondsmanager und treffe somit die endgültigen Entscheidungen. Wobei ich teamorientiert arbeite und mich bei unterschiedlichen Meinungen mit Kollegen auseinandersetze. Vieles ist eine Frage der Perspektive. Man darf sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Ich glaube, meine oft impulsive Art und die gediegene schweizerische Art vom Philippe bringen uns im Durchschnitt auf einen guten Stand (lacht). Wobei wir aber immer Teil des gesamten Multi-Asset-Teams von Schroders in London sind.

Aber wer deckt welche Gebiete ab?

Przewlocka: Mein Kollege ist speziell für Währungen und Unternehmensanleihen zuständig. Ich bin mehr für die Asset Allocation und Aktien zuständig, und für generelle Entwicklungen wie Zinsen und Inflation. Dinge, die man von oben betrachtet. Wobei sich in dieser Hinsicht die Multi-Asset-Welt gewaltig geändert hat.

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