Tipp-König 2011 Fedor Dreher (rechts)

Tipp-König 2011 Fedor Dreher (rechts)

Vier Volltreffer, nur beim Dax daneben: Pharma-Händler aus Hamburg ist Tipp-König 2011

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Die Frage: Wo landen Dax, Dow Jones, Gold, Öl und Euro-Dollar am Jahresende 2011? Der Preis: Wahlweise eine Flasche feiner Rotwein oder ein Jahresabonnement von DAS INVESTMENT. Hier die zehn Teilnehmer mit dem treffendsten Prognosen:
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„Natürlich ist viel Glück dabei, aber ich habe mir auch Gedanken über meine Prognosen gemacht“, so Fedor Dreher, Tipp-König 2011 und Bruder unseres Print-Chefredakteurs Malte Dreher (Die Redaktion nahm nicht am Tippspiel teil). Im Jahr zuvor, bei der Spielrunde Tipp-König 2010, belegte Dreher unter knapp 100 Teilnehmern noch Rang 42.

Mit seinem Dax-Tipp von 7.450 Punkten lag Dreher zwar, wie übrigens alle unserer zehn Gewinner, deutlich daneben – der Index schloss 2011 bei 5.898,35 Zählern –, mit seinen vier weiteren Tipps schrammte er im Schnitt jedoch lediglich um fast schon unheimliche 1,9 Prozent am tatsächlichen Schlussstand vorbei.

Sein bester Tipp: Die Feinunze Gold sah Dreher am Jahresende bei 1.580 Dollar, das sind nur 5,50 Dollar mehr, als am 30. Dezember 2011 beim letzten Fixing des Jahres in London ermittelt wurden. „Gold sah ich aufgrund der globalen Probleme steigend und erzielte fast eine Punktlandung“, so Dreher, der sich als Preis für das Jahresabo entschied, „denn Rotwein hatte ich genügend in der Weihnachtszeit.“

„Eine Flasche Rotwein wäre wirklich fein“

Auf Platz zwei landete Markus Petzka, ebenso wie Dreher kein Finanzprofi, sondern IT-Fachmann des Fonds- und Versicherungsvermittler Finanzmanagement Chiemsee AG. Sein bester Tipp: ein Euro-Dollar-Wechselkurs von 1,30 – ein Euro war am Jahresende 1,2960 Dollar wert.

Nach seiner aktuellen Strategie gefragt gibt sich Petzka wie ein erfahrener Börsenprofi: „In so einer hektischen Zeit ist Besonnenheit sehr wichtig. Sicherheit und Liquidität sind mir aktuell wichtig. Man muss bei einer sich bietenden Gelegenheit handlungsfähig sein. Banken und Versicherungen meide ich.“

Und der Preis? Petzka: „Eine Flasche Rotwein wäre wirklich fein.“ DAS INVESTMENT kann er dann bei seinem Kunden Paul Keller, Gründer und zweiter Vorstand der Finanzmanagement Chiemsee AG, lesen, der bei unserem Tippspiel Platz acht belegte und sich für das Jahresabonnement entschied.

„Es gibt weiß Gott schwerere Arbeit, als mit netten Menschen über deren Zukunft zu sprechen“

„Mehr Glück als Können, das gebe ich gern zu“, kommentiert Christian Pies, freier Makler, seinen dritten Platz unserer Tipprunde 2011. Seine aktuelle Einschätzung: „Die Märkte sind unkalkulierbar geworden. Die Staatsschulden und die Anlegerohnmacht machen eine Erholung auf breiter Front schwieriger und zäh.“ Mit seinem Dow-Jones-Tipp von 11.990,95 Punkten zum Jahresende 2011 lag Pies nur um 1,9 Prozent daneben.

Wie seine Kunden von seinen treffsicheren Prognosen profitieren: „Erst muss gesät werden und später können dann die Gewinne geerntet  werden“, so Pies fast schon philosophisch. „Dabei hilft antizyklisches Verhalten und ein ordentlich diversifizierter Fondssparplan, um auch vom Cost-Average-Effekt auf Dauer einen Mehrertrag zu erhalten. Also mit Ausdauer und den richtigen Anlagen, wozu auch noch unbedeutende Schwellenländer gehören!“

„Die Arbeit als Makler macht mir zu viel Spaß, um jetzt schon so früh ans Aufhören zu denken“, so Pies auf die nicht ganz ernst gemeinte Frage, ob er nach seinen grandiosen Tipps überhaupt noch arbeiten müsse. „Und im Ernst, es gibt weiß Gott schwerere Arbeit, als mit netten Menschen über deren Zukunft zu sprechen und diese mitzugestalten. Mein eigenes Depot ist im Übrigen nach der Devise aufgestellt: Wer gut streut, rutscht nicht!“ Heißt konkret: „Im Durchschnitt soll ein Plus rauskommen und das mit etwas Mut zum Risiko. Zum Beispiel fokussiere ich mich auch auf Afrika und Teile des mittleren Ostens und natürlich Gold – trotz oder gerade wegen der letzten Abwärtsphase.“

„In einem derartigen Szenario sind konkrete Punktziele schwer zu bestimmten“

Den vierten Rang unseres Tippspiels belegte Alexander Stern, Investment-Spezialist vom Hamburger Family Office Spudy & Co. Bei 1.600 Dollar vermutete Stern den Goldpreis am Jahresende, damit lag er gerade einmal um 25,5 Dollar beziehungsweise 1,6 Prozent daneben. „Die Vorhersage für die Entwicklung der Märkte in 2011 resultierte aus einer gelungenen Mischung aus Können und Glück. Viel Input zur Einschätzung ging auch durch unser Tochterunternehmen Döttinger/Straubinger AG ein“, kommentiert Stern sein gutes Gespür für die Märkte.

Stern auf die Frage, in welchem Ausmaß seine Kunden 2011 von seinen seherischen Fähigkeiten profitieren konnten: „Seherische Fähigkeiten eines Einzelnen auf Jahressicht allein reichen dafür nicht aus. Unsere Kunden profitieren von einem disziplinierten Anlageentscheidungsprozess, in dem mehrere Personen eingebunden sind. Regelmäßig werden die Kapitalmärkte analysiert und das Portfolio dem aktuellen Marktumfeld angepasst, sowie darüber hinaus attraktive neue Investitionsmöglichkeiten selektiert. Unsere (Elbe) Strategieportfolios haben es so geschafft nicht nur im kurzfristigen Bereich zu überzeugen. Im abgelaufenen Kalenderjahr hat unser defensives Strategieportfolio ‚nur‘ 0,76 Prozent verloren und konnte sich damit in dem herausfordernden Umfeld gut behaupten“, erklärt Stern.

Was 2012 bringe: „Aktuell befinden wir uns in einem in vielerlei Hinsicht von Unsicherheit geprägten Umfeld. Zudem werden die Kapitalmärkte derzeit verstärkt durch politisches Handeln geprägt. Insbesondere in einem derartigen Szenario sind konkrete Punktziele schwer zu bestimmten“, so Stern, der sich dennoch konkrete Tipps entlocken ließ, mit denen er in die nächste Tipprunde startet: Dax 6.500 Punkte, Dow Jones 13.000 Punkte, Gold 1.680 Dollar, Öl 118,00 Dollar und Euro-Dollar 1,38.

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Gewinner Fedor Dreher im Gespräch

Sie haben die Entwicklung der Märkte 2011 erstaunlich präzise vorhergesagt. Können oder Glück?

Natürlich ist viel Glück dabei, aber ich habe mir natürlich auch Gedanken über meine Prognosen gemacht. Der Dax-Tipp ging gründlich daneben, meine Einschätzung war bei Dax und Dow, dass sie 2011 ähnlich, das heißt leicht positiv verlaufen. Aber die Probleme in Europa wurden, insbesondere in Amerika, größer geredet als die eigenen, so dass lediglich der Dow-Tipp gut passte. Beim Euro-Dollar-Tipp habe ich aufgrund vorgenannter Annahme auf Stagnation gesetzt und lag dort recht gut. Gold sah ich aufgrund der globalen Probleme steigend und erzielte fast eine Punktlandung. Der Tipp beim Öl war rein ins Blaue, lediglich steigend sah ich es. Völliger Glücktreffer.

In welchem Ausmaß konnten Sie beziehungsweise Ihre Kunden 2011 von Ihren seherischen Fähigkeiten profitieren?

Da ich lediglich unser Familiendepot verwalte, konnten auch nur wir profitieren und das auch nicht wirklich. Meine Konzentration war recht Dax-lastig und hier wurden Verluste eingefahren über das Jahr, die allerdings über ein sehr gutes Investment in Silber kompensiert werden konnten. Insgesamt ist es besser gelaufen als die meisten Märkte, dennoch leicht rot.

Wie sieht es mit Ihrem persönlichen Depot aus? Müssen Sie in Zukunft überhaupt noch arbeiten?

Mit Frau, drei Kindern und einem Hund kann es nie gut genug aussehen mit dem persönlichen Depot. Aber egal ob mit oder ohne Familie: Arbeiten werde ich noch lange müssen.

Was bringt 2012? Wo stehen Dax, Dow Jones, Gold, Öl und Euro/Dollar am Ende des Jahres?

Ich glaube für dieses Jahr, dass wir prinzipiell steigende Kurse bei Aktien sehen, insbesondere beim Dax. Die Probleme in der Eurozone werden auf breiter Ebene gelöst, natürlich bleibt der Euro bestehen. Je eher dies im Jahr 2012 geschieht, umso größer können die Kursanstiege werden, denn viele Titel im Dax sind unterbewertet. Daher gehe ich beim Dax von einem Anstieg auf 6.800 Punkte aus. Beim Dow Jones bin ich etwas zurückhaltender, da ich die Lage dort immer noch für schwieriger halte als in Europa. Dennoch, ich tippe auf einen Anstieg auf 12.650 Punkte im Sog der europäischen Börsen. Der Euro wird stärker werden, aus vorher genannten Gründen, ich sehe ihn bei 1,39. Gold sehe ich stagnierend, der Tradition der vielen letzten Jahre folgend aber etwas positiv bei 1.600 Dollar. Bei Öl muss ich wieder ins Blaue tippen, glaube aber dass die Situation im Iran den Kurs auf 120 Dollar steigen lässt.

Was hätten Sie gerne als Preis: Ein Jahresabonnement von DAS INVESTMENT oder eine Flasche feinen Rotwein?

Gerne das Abonnement, denn Rotwein hatte ich genügend in der Weihnachtszeit.

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