Wegen steigender Industrieproduktion IKB erwartet anziehende Konjunktur

Hamburger Hafen: Die Experten der IKB sagen voraus, dass Deutschlands Wirtschaft kräftig wachsen wird  | © Pexels

Hamburger Hafen: Die Experten der IKB sagen voraus, dass Deutschlands Wirtschaft kräftig wachsen wird Foto: Pexels

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Aktuelle Daten bestätigen zunehmend eine erneute Erholung und Stabilisierung der deutschen Wirtschaftsdynamik. So überraschte die Industrieproduktion im Juni nach mehreren schwachen Monaten positiv, und die Auftragseingänge sowie die globale Wachstumsdynamik lassen auf weitere Impulse für die Industrieproduktion schließen.

Kein Einbruch, nur Verschnaufpause

Auch die globale Industrieproduktion scheint wieder an Dynamik zuzulegen, ausgehend von relativ hohen Niveaus. In Folge dessen zeigt auch der Welthandel erneut einen Aufwärtstrend, während Indikatoren aus den USA und China die grundsätzlichen positiven Wachstumseinschätzungen für diese Länder bestätigen. Damit festigt sich die Beurteilung, dass der wirtschaftliche Verlauf des ersten Quartals in Deutschland und der Euro-Zone als Verschnaufpause einzuschätzen ist und nicht als konjunktureller Einbruch.

Jüngste Einkaufsmanager-Indizes für Deutschland und hier insbesondere deutlich verbesserte Werte für das Verarbeitende Gewerbe im Mai bestätigen ebenfalls diese Einschätzung. Angesichts der jüngsten Entwicklungen hellt sich der Ausblick für das deutsche BIP-Wachstum im zweiten Quartal weiter auf. War das Exportwachstum im ersten Quartal negativ, sollte es sich aktuell aufgrund der günstigen globalen Entwicklungen verbessern. Ob dies schon im zweiten Quartal zum Tragen kommt, bleibt allerdings abzuwarten. Das Umfeld für Ausrüstungs- und Bauinvestitionen bleibt grundsätzlich positiv, während der private Konsum aufgrund der anhaltend guten Verbraucher-stimmung und realer Lohnerhöhungen ein stabiles Wachstum zeigen sollte. Damit scheint realistisch, im zweiten Quartal ein BIP-Wachstum marginal über dem des Vorquartals (0,3 Prozent) zu erwarten.

Konjunkturdaten deuten allerdings darauf hin, dass sich eine überzeugende deutsche Wachstumsbeschleunigung erst in der zweiten Jahreshälfte von 2018 abzeichnen könnte. Dabei bleibt die Unsicherheit über die weitere US-Handelspolitik ein wichtiger Treiber der Unternehmensstimmung und könnte das Investitionsverhalten negativ beeinflussen, denn die potenzielle Gefahr eines zunehmenden Protektionismus ist nicht zu banalisieren. Ein globaler Handelskrieg ist nicht zu erwarten, sondern eher eine mögliche Eskalation mit einem Handelspartner – den USA.

Sollten sich die Beziehungen in Folge aufbauender Drohungen und Zölle weiter verschlechtern, würde dies das deutsche verarbeitende Gewerbe treffen, das besonders von der globalen Wirtschaft abhängig ist. IKB-Schätzungen zeigen, dass sich die Entwicklung der deutschen Branchen für 2018 und 2019 durch eine derartige Entwicklung nicht grundsätzlich ändern sollte, auch wenn in einem Worst-Case-Szenario durchaus mit Wachstumseinbußen zu rechnen wäre.