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Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert Shiller „Aktien-Hype um Trump erinnert an Dot-Com-Blase“

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Warnungen ignoriert

Doch die Widerstandsfähigkeit des Marktes hat mehr Gründe als nur die Zahlen, meint Volkswirt Ethan Harris von Bank of America Merrill Lynch. Seinen Worten zufolge hatten pessimistische Strategen die Auswirkungen großer Ereignisse wie der europäischen Staatsschuldenkrise oder des Brexit derart übertrieben dargestellt, dass Händler solche Warnungen nun schlichtweg ignorieren.

„Es war eine Zeit wiederholter Schocks. Und ich denke, die Leute sind dagegen abgehärtet“, erklärt Harris. „Es scheint so, als sei Unsicherheit jetzt die neue Norm. Und man lernt einfach, damit zu leben.“

„Deutlich überteuert“

Auf die Frage, ob sich der Aktienmarkt seinem Höhepunkt nähert, kann Shiller keine gesicherte Antwort geben. Er mag es nicht, kurzfristige Prognosen abzugeben.

Was er jedoch jetzt verrät, ist, dass er Abstand davon nimmt, seine eigenen US-Aktien-Positionen auszubauen. Stattdessen setzt er auf Märkte in Übersee.

Ein Faktor, der ihn zu Vorsicht bei amerikanischen Aktien verleitet, ist das Zykus-bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500. Der Maßstab liegt zwar noch immer 30 Prozent unter dem Hoch des Jahres 2000. Doch er zeigt, dass Aktien derzeit so teuer sind wie am Abend vor dem Markteinbruch von 1929.  „Der Markt ist deutlich überteuert“, sagt er. „Das ist nicht so intellektuell wie Leute glauben wollen, oder wie Volkswirte es einen glauben machen wollen.“

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