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Würde gern einmal mit Briten-Premier Boris Johnson diskutieren: Jacques-Aurélien Marcireau, Manager des Edmond de Rothschild Big Data. | © EdRAM

22 Fragen an Jacques-Aurélien Marcireau „Microsoft hat mich eines Besseren belehrt“

  1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Vielleicht nicht die erste, aber die prägendste: Als ich im September 2008 einen großen Teil meiner privaten Ersparnisse investiert habe, ging es zunächst einmal rapide bergab. Am Ende hat sich jedoch bewahrheitet, dass man auch die schlimmsten Kurseinbrüche übersteht, wenn man genug Zeit mitbringt

  1. Wären Sie nicht Fondsmanager geworden, wären Sie heute …

… Mitarbeiter in der Strategie-Abteilung eines Tech-Unternehmens oder Finanzvorstand eines auf Weltraum-Projekte spezialisierten Start-Ups

  1. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Ray Dalio von Bridgewater Associates wegen seines technischen Gespürs und seiner unerbittlichen Disziplin

  1. Welche anderen Persönlichkeiten imponieren Ihnen?

Die Gründer von Slack

  1. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Black Swan“. Weil uns Autor Nassim Taleb daran erinnert, dass wir über unvorhergesehene Folgen nachdenken müssen und dass die Dinge alles andere als linear sind. Genau das wird von uns erwartet

  1. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Ich schaue grundsätzlich nur auf mein eigenes Portfolio und die Unternehmen, die dort enthalten sind. Der Blick auf die Konkurrenz verleitet schnell zu einem Herdenverhalten – mit unter Umständen schlimmen Folgen für die künftige Performance

  1. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Das gute Gefühl, die Erwartungen der Anleger erfüllt zu haben. Dabei behalte ich jedoch stets im Hinterkopf, dass ein solcher Erfolg nicht allein auf meinen Leistungen beruht, sondern stets auch von äußeren Umständen beeinflusst ist

  1. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Eine kleine Firma mit sehr guten Perspektiven in einer schwierigen Marktphase unterstützt und dadurch nach vorne gebracht zu haben

  1. Welchem verpassten Investment trauern Sie noch heute nach?

Microsoft nach dem Abgang von Steve Ballmer. Als Satya Nadella Anfang 2014 zum Vorstandschef ernannt wurde, habe ich das zunächst skeptisch gesehen und bin eines Besseren belehrt worden

  1. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Über wachsende Exzesse im Technologie-Sektor. Massive Überbewertungen schaden langfristig sowohl Unternehmen als auch Investoren und belasten zudem ganz allgemein das Vertrauen in technische Lösungen und den Fortschritt

  1. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Sollte Boris Johnson argumentative Unterstützung benötigen, um seine Meinung im Brexit-Streit zu ändern – ich stünde bereit

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