Tangotänzer in Buenos Aires, Argentinien. Der Fonds investiert in die Staatsanleihen des Landes (Foto: Getty Images)

Tangotänzer in Buenos Aires, Argentinien. Der Fonds investiert in die Staatsanleihen des Landes (Foto: Getty Images)

Acatis IfK Value Renten UI

Die Vier-zu-Null-Taktik

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Mit Rentenfonds Geld zu verdienen, ist derzeit eine echte Herausforderung. Klassische Euro-Staatsanleihen bester Bonität als Portfolioschwerpunkt taugen dafür allerdings nicht mehr - zu niedrig ist die Verzinsung dieser Papiere mittlerweile. Attraktivere Chancen bieten Anleihen anderer Emittenten und mit niedrigerer Bonität, die oftmals allerdings auch schwankungsanfälliger sind. Martin Wilhelm, Inhaber des Instituts für Kapitalmarkt (IfK) in Kiel, gelingt mit dem Acatis IfK Value Renten UI der Spagat zwischen überdurchschnittlicher Rendite und überschaubaren Risiken erfolgreich.
Ganz im Stil des Hauses Acatis verfolgt er bei der Auswahl der Anleihen einen Value-basierten Analyseprozess: „Ich schaue mir Anleihen immer dann an, wenn die Bewertung stimmt.“

Beschränkungen hinsichtlich der Titelauswahl muss Wilhelm dabei nicht beachten. So stehen ihm prinzipiell weltweit rund eine Million Anleihen zur Wahl, er muss weder bestimmte Bonitäten ausklammern noch regionale oder Währungsrestriktionen beachten. Aus diesem großen Topf fischt der Fondsberater im Schnitt rund 20 bis 30 Kernpositionen.

Bei der Auswahl achtet er nicht nur auf Bewertungsaspekte, sondern setzt auch gezielt auf Sondersituationen und eine möglichst niedrige Korrelation der Anleihen untereinander. „Ein gutes Beispiel für eine niedrige Korrelation liefert beispielsweise der Kosmetikkonzern Douglas, der wenig mit dem Hamburger Hafenlogistik-Unternehmen Eurogate zu tun hat“, erläutert Wilhelm.

Ein Beispiel für das Ausnutzen einer Sondersituation liefert der Fondsberater mit dem Verkauf einer Wandelanleihe des Spezialchemieherstellers Evonik im Mai dieses Jahres: „Der Emittent bot ein attraktives Rückkaufangebot bei einem Kurs von 102 an, das auf einen Zeitraum von lediglich acht Stunden begrenzt war. Ohne entsprechend schnelles Handeln würde die Anleihe aktuell bei rund 100 stehen. Damit ergab sich ein Vorteil von etwa zwei Punkten für die Investoren.“
Auf regionaler Ebene zeigt Wilhelms Scoring-Modell auf Märkten Potenzial, die in den letzten Jahren eher schwach liefen. „Das gilt besonders für russische Anleihen, die auf Rubel lauten, aber auch auf US-Dollar und Euro“, so der IfK-Gründer. Zufrieden zeigt er sich vor allem über seine Engagements in Südamerika: „Allen voran die Positionen in brasilianischen Real und auf Euro lautenden argentinischen Anleihen haben sich bezahlt gemacht.“


Drei Fragen an Fondsmanager Martin Wilhelm


DER FONDS: Sie halten auch nach Kaufgelegenheiten Ausschau, die durch Sondersituationen entstehen. Wo sind Sie da zuletzt fündig geworden?

Martin Wilhelm:
Genau das entspricht unserem Ansatz „Value in Anleihen“. Wenn die Kurse aufgrund von Sondersituationen wie beispielsweise Marktkorrekturen, Übernahmen oder ähnliches unter Druck kommen, schauen wir uns die Anleihen näher an und investieren. In jüngster Zeit haben wir daher unter anderem unsere Engagements in argentinischen Anleihen und Unternehmensanleihen des Mischkonzerns Hutchinson sowie des Versicherers Delta Lloyd aufgestockt

Sie setzen auch auf Nachranganleihen. Was spricht besonders für diese Anlageklasse?

Wilhelm:
Grundsätzlich sehen wir Nachranganleihen als einen Baustein im Portfolio an. Aktuell stehen wir Nachranganleihen im Bankensektor allerdings defensiv gegenüber. Bei ausgewählten Unternehmen mit solidem Geschäftsmodell und ordentlichen Bilanzkennzahlen sehen wir gleichwohl Value bei einer Verzinsung von durchaus attraktiven drei bis fünf Prozent.

Sie wollen jährlich 4 Prozent an die Anleger ausschütten. Wie gut hat das bisher geklappt und womit dürfen Anleger in diesem Jahr rechnen?

Wilhelm:
Die zu erwartende Mindestausschüttung beträgt auch in diesem Jahr etwas mehr als 4 Prozent. Seit Auflage im Dezember 2008 erzielte der Fonds eine Performance von 85 Prozent, davon wurden etwa 35 Prozent ausgeschüttet. Auch in Zukunft ist von einer Ausschüttung auf diesem Niveau auszugehen, da der Fonds erhebliche Ausschüttungsreserven von etwa 50 Prozent zur Verfügung hat. Dies ist nicht nur Privatinvestoren wichtig, sondern auch für Stiftungen, die ebenfalls zu unseren Anlegern gehören.

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