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Altersvorsorge-Studie: Deutsche erwarten viel und tun zu wenig

Über die Hälfte (60 Prozent) der derzeitig Erwerbstätigen hat noch nie vom Dreiklang aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Altersvorsorge – dem sogenannten Drei-Säulen-Modell – gehört . Entsprechend unausgewogen ist ihr Vorsorge-Mix. Das ergab eine Studie des Sozialforschungsinstituts Psephos, die von der Fondsgesellschaft Fidelity International in Auftrag gegeben wurde.

Gesetzliche Vorsorge unter großem Druck

Die heutige Rentnergeneration bezieht 88 Prozent der Gesamteinkünfte aus der gesetzlichen Vorsorge. Nur 5 Prozent stammen derzeit aus privater Altersvorsorge und lediglich 4 Prozent gehen auf die betriebliche Vorsorge zurück.

Das wird sich in Zukunft ändern. Denn aufgrund des demografischen Wandels werden immer mehr Rentenbezieher immer weniger Beitragszahlern gegenüberstehen. Dennoch verlassen sich nach wie vor 90 Prozent der Erwerbstätigen auf die gesetzliche Rente.

Trotz der 2002 eingeführten jährlichen Renteninformationen sorgen die meisten Bundesbürger weder privat noch betrieblich vor. 31 Prozent der Befragten verfügen über keine private Rentenversicherung.

Die Höhe der künftigen Rente wird überschätzt


Während  56 Prozent des Nettolohns im Alter tatsächlich ausgezahlt wird, rechnen 60 Prozent der Studienteilnehmer mit einer Rente in Höhe von 60 Prozent und über 40 Prozent mit Rentenzahlungen von 80 bis 100 Prozent. 71 Prozent aller Befragten wussten nicht, was sie später bekommen werden.

Eine optimale Versorgung wäre nur mit einem ausgewogenen Vorsorge-Mix gewährleistet, meint Fidelity-Sprecher Christian Wrede. Als Vorbild könnten die Niederlande dienen. Dort stammen 58 Prozent der Gesamteinkünfte aus gesetzlicher, 29 Prozent aus betrieblicher und 12 Prozent aus privater Vorsorge.

„Es muss transparenter werden, über welche Einkünfte die Deutschen im Ruhestand verfügen können und wie groß ihre Rentenlücke tatsächlich ist", erklärt Wrede. Dafür sei eine Art Kontoauszug erforderlich, der alle Bestandteile der Altersvorsorge aufliste.

Die betriebliche Altersvorsorge sollte nach Wredes Ansicht statt der aktuellen 4 Prozent eher 25 bis 30 Prozent der Gesamtrente ausmachen. In den Niederlanden liegt der Anteil bereits bei einem Drittel.

Für die Studie wurden 1.000 erwerbstätige Bundesbürger befragt. Hintergrundinformation: Die Weiterentwicklung des Drei-Säulen-Systems in Form des Drei-Schichten-Modells

Das Drei-Säulen Modell wurde aufgrund des demografischen Wandels zum Drei-Schichten Modell weiterentwickelt. Von den bisherigen drei Säulen werden die zweite und dritte Säule zur zweiten Schicht (Zusatzversorgungen) zusammengefasst. Ergänzend kommt die dritte Schicht hinzu. Sie beinhaltet Kapitalanlageprodukte. Das Drei-Schichten Modell soll die gesetzliche Altervorsorge entlasten.

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