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IMGP-Fondsmanagerin zu Frauen im Asset Management „Wo mutige Frauen hingehen, werden andere folgen“

Rayna Lesser Hannaway
Rayna Lesser Hannaway: Fondsmanagerin bei Polen Capital. Die Asset-Management-Firma gehört zum Netzwerk von IM Global Partner (IMGP). | Foto: IMGP

Das Asset Management bleibt eine von Männern dominierte Branche. Zwar hat sich die Zahl der Frauen in Führungspositionen leicht erhöht. Sie machen jedoch immer noch weniger als 12 Prozent der Portfoliomanager aus. Wie kann es gelingen, weibliche Stärken in eine männliche Branche zu integrieren? Die Lösung ist einfach: Wo mutige Frauen hingehen, werden andere folgen.

Namen wie Warren Buffett, Sir John Templeton, Peter Lynch und Mark Mobius sind der Welt der Anleger wohlvertraut – eine sehr männliche Hall of Fame der gefeierten Investoren, in die es nur eine Frau geschafft hat: Cathie Wood, Vorstandsvorsitzende von Ark Invest. Und ihr Ruhm rührt möglicherweise eher von ihrem Engagement in Bitcoin und Tesla als von ihrem Anlagestil. Dennoch: Ihr Platz an der Spitze wird junge Frauen auf der ganzen Welt inspirieren – und ihnen zeigen, dass auch sie dem Club beitreten können.


Entscheidend ist aber auch, dass es bei diesem Prozess nicht darum geht, wahllos alle Frauen zu befördern. Stattdessen liegt der Sinn darin, den gesamten Talentpool zu erweitern, so dass mehr weibliche Kandidaten zur Auswahl stehen. Und wenn es Frauen gelingt, diese Führungspositionen zu besetzen, brauchen sie Mentoren, die sie begleiten, sich für ihre Entwicklung einsetzen und sicherstellen, dass sie die gleichen Chancen erhalten wie ihre männlichen Kollegen.

Flexibilität stärkt Geschlechterdemokratie

Covid-19 hat auch im Asset Management tiefgreifende Veränderungen herbeigeführt. Ein wichtiger Bereich, auf den sich die Pandemie positiv ausgewirkt hat, ist die Geschlechterdemokratie. Die Einführung von Videokonferenzen hatte eine erstaunliche Wirkung: Plötzlich hatten alle Mitarbeiter einen gleichwertigen Platz und die gleiche Plattform.

Viele Menschen sind sich der geschlechtsspezifischen Machtstrukturen nicht bewusst, die den Sitzungen und Interaktionen im Bereich der Vermögensverwaltung zugrunde liegen und unter anderem Frauen ausgrenzen. So kann beispielsweise eine offenkundig männlich geprägte Sprache Frauen ausschließen und daran hindern, Beziehungen aufzubauen und sich in die Branche zu integrieren, besonders wenn eine solche Sprache zum Teil der Unternehmenskultur wird. Ein Beispiel dafür ist etwa, wenn sich Männer treffen, um über Fußball zu diskutieren. Online-Meetings schufen einen objektiven Rahmen, der mehr Menschen eine Stimme gab – nicht nur Frauen, sondern auch anderen, die sich von der Machtdynamik in der Vermögensverwaltung entfremdet fühlen.

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