Bafin-Journal Vor diesen Finanzfirmen warnt die Bafin

Sitz der Bafin in Frankfurt am Main. Die Finanzaufsichtsbehörde hat ein wachsames Auge auf hierzulande tätige Finanzdienstleister. | © Bafin

Sitz der Bafin in Frankfurt am Main. Die Finanzaufsichtsbehörde hat ein wachsames Auge auf hierzulande tätige Finanzdienstleister. Foto: Bafin

In der aktuellen Ausgabe ihres Bafin-Journals warnt die deutsche Finanzaufsichtsbehörde einmal mehr vor schwarzen Schafen, die sich am hiesigen Finanzmarkt tummeln. Es geht dabei um Unternehmen, die es entweder mit der Zulassung nicht allzu genau nehmen, keine Anlageprospekte für ihre Produkte vorhalten – oder die sich schlicht als jemand anderes ausgeben.

Die Bafin forderte das bulgarische Unternehmen Nordic Pearl zur Einstellung ihres Geschäfts in Deutschland auf: Das Unternehmen hatte über die von den Firmen Grand Services und Capital FXG betriebenen Handelsplattformen forexgrand.com, forexgrand24.com, fxgtrade.com und fxginvest.com sogenannte Differenzkontrakte (Contracts for Difference – CFD) auf Aktien, Indizes, Währungen, Rohstoffe und Kryptowährungen zum Kauf angeboten. Weil ihr eine Lizenz dafür nach deutschem Kreditwesengesetz fehlt, ordnete die Bafin den sofortigen Stopp an. Auch die Nordic Pearl zuarbeitenden Anbieter Grand Services und Capital FXG, sollen diese Tätigkeit einstellen.

Die maltesische Firma Secret Investment bewarb auf ihrer Internetseite secret-investment.com eine Kapitalanlage mit vermeintlich „sicherer Rendite“. Sie nahm Anlegergeld an, sicherte die unbedingte Rückzahlung der Einlagen zu und stellte beachtliche 5,25 Prozent Zinsen pro Jahr in Aussicht. Da ihr eine Erlaubnis der deutschen Finanzaufsicht fehlt, ordnete die Bafin an, das Geschäft einzustellen. Das bereits eingesammelte Geld sollen die Anleger zurückerhalten.  

Auch das Unternehmen Kleinwort Consulting soll sein Einlagengeschäft und andere Finanzdienstleistungen einstellen, fordern die Finanzaufseher. Kleinwort Consulting trete unaufgefordert an Verbraucher heran und biete Vermittlungs- und Vermögensverwaltungsleistungen an. Trotz gegenteiliger Behauptung liegt hierfür keine Bafin-Lizenz vor. Darüber hinaus verkaufe Kleinwort Consulting über seine Internetseite loyalcoins.de obendrein eine „Krypto-Anleihe“. Auch hierfür fehle die Genehmigung.

Ebenso soll er Anbieter Investfinans sein Einlagengeschäft abwickeln, das er ohne Genehmigung über die Internetseite investfinansab.eu betreibe, verlangt die Bafin.

Das Unternehmen Life Forestry Switzerland bietet unter der Bezeichnung „Golden Teak – Land Lease“ Direktanlagen in Hoz an. Hierfür fehle allerdings offenbar ein Verkaufsprospekt, moniert die Bafin.

Die Firma Trustfunds, die individuelle Vermögensverwaltung mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten und außerdem ETFs und Anlagen im Hochfrequenzhandel anbietet, sei kein nach Paragraf 32 KWG zugelassenes Institut, merkt die Finanzaufsicht darüber hinaus an.

Eine entsprechende Erlaubnis fehle auch Sky Hub mit Sitz in Beachmont Kingstown, St. Vincent und die Grenadinen. Das Unternehmen werbe über die Handelsplattform 4xincome.com für CFDs und Devisenhandel. Wahrheitswidrig behaupte das Unternehmen, eine Genehmigung der Bafin zu besitzen.

Auch Cannabis Wealth sei kein nach Paragraf 32 KWG zugelassenes Institut. Das Unternehmen werbe in Deutschland per E-Mail für eine Software für den CFD-Handel. Gehandelt werde mit Finanzinstrumenten zu Marihuana und Cannabis. Angaben zu seinem Sitz und seiner Rechtsform verschweige das Unternehmen.

Das Unternehmen Dr. Fischer Consulting biete über seine Internetseite drfischerconsulting.de Hochfrequenz­handel an. Es behaupte, hierfür den Segen der Bafin zu  haben: Stimmt nicht, sagen die Finanzaufseher.

Auch von der Firma Fremont Capital, die hierzulande Aktien der Global Oil Group anbiete, verlangt die Bafin den Stopp der Tätigkeit: Fremont Capital könne keinen von der Bafin gebilligten Anlageprospekt vorlegen.

Zuletzt warnt die Bafin vor einem Anbieter, der sich mit schillernden, wenngleich fremden Federn schmückt: Acatis Investition nutze den Namen des hierzulande bekannten Fondsanbieters Acatis Investment. Das Unternehmen vermittele den falschen Eindruck, dass es sich um das von Hendrik Leber betriebenen Frankfurter Fondshaus handele. Eine solche Verbindung bestehe allerdings nicht. Ebenso fehle dem Unternehmen eine entsprechende Erlaubnis, heißt es von der Bafin. Auch Acatis selbst warnt derzeit auf seiner Internetseite vor dem betrügerischen Namensvetter.