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Rentner am Strand: Bei den Lebensbedingungen für Ruheständler liegt Deutschland auf Platz 13. | © Getty Images

Bedingungen für den Ruhestand Deutschland rutscht auf Platz 13

Laut dem Global Retirement Index von Natixis Investment Managers finden Ruheständler in Westeuropa weltweit die besten Bedingungen für ihren Lebensabend vor. Sieben von zehn der am besten bewerteten Länder liegen in dieser Region.

Vor zwei Jahren belegte Deutschland noch den Rang 7 des Rankings. Mittlerweile ist die Bundesrepublik jedoch auf den 13. Platz gerutscht und gehört damit nicht mehr zur Spitzengruppe der Top 10.

Die Gesamtbewertung für jedes Land beruht auf den Daten von vier Sub-Indizes. Hierbei werden das materielle Wohlstandsniveau, das Gesundheitssystem, die allgemeine Lebensqualität sowie die für den Ruhestand relevanten finanziellen Rahmenbedingungen analysiert.

Demografischer Wandel schadet Finanzsystem

Während Deutschland bei den ersten drei Sub-Indizes in der Regel gut abschneidet, liegt es bei den finanziellen Rahmenbedingungen weit abgeschlagen zurück. Dieser Subindex erfasst die Solidität des Finanzsystems eines Landes und ermittelt, wie gut die Bevölkerung finanzielle Vorsorge für das Alter treffen und von den Erträgen leben kann. In dieser Bewertungskategorie nimmt die Bundesrepublik lediglich Platz 35 ein.

Das schlechte Abschneiden hat vor allem mit der demografischen Entwicklung zu tun. Der arbeitenden Bevölkerung steht in Deutschland ein im internationalen Vergleich hoher Anteil an Ruheständlern gegenüber .Dies wirkt sich negativ auf die Stabilität der Alterssicherung aus. In der aktuellen Untersuchung weist Deutschland hier bereits zum dritten Mal in Folge den fünftschlechtesten Wert aller untersuchten Länder auf.

Niedrige Realzinsen und hohe Steuerbelastung

Dass die Deutschen nur wenig Lust haben, Rücklagen für das Alter zu bilden, liegt laut Studie auch an den Realzinsen. Hier erreicht Deutschland in diesem Jahr erneut nur einen von insgesamt 100 möglichen Punkten.

Auch die hohe Steuerbelastung hierzulande wirkt sich negativ auf die Vorsorgebereitschaft aus. In diesem Prüfungsfeld fiel die Bewertung in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich von 26 auf aktuell 17 Punkte zurück. Bewertet wurde die Höhe des gesamten Steueraufkommens im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt.

„Ein schlechtes Ergebnis bedeutet, dass den Menschen netto weniger Geld für die finanzielle Altersvorsorge zur Verfügung steht. Zudem wird das Alterseinkommen durch eine hohe Steuerlast grundsätzlich negativ beeinflusst“, erklärt Sebastian Römer, der das Geschäft von Natixis Investment Managers in Zentral- und Osteuropa verantwortet.

2,5 Billionen Euro auf Sparbuch & Co.

Gegenwärtig verwahren die Deutschen rund 2,5 Billionen Euro weitgehend unverzinst auf Sparkonten oder in bar. “Die mangelnde Investmentkultur wird gerade im Niedrigzinsumfeld zu einer gravierenden Belastung für die private Altersvorsorge”, so Römer. Ohne das Engagement an den Kapitalmärkten werde man seine Sparziele für das Alter nicht erreichen können.

Über den Global Retirement Index

Der Global Retirement Index gibt Auskunft darüber, welche Länder unter Berücksichtigung finanz-politischer, wirtschaftlicher, demografischer und umweltrelevanter Faktoren am besten in der Lage sind, ihrer Bevölkerung Lebensqualität auch im Alter zu gewährleisten. Insgesamt werden 18 Indikatoren untersucht, die in vier Sub-Indizes - das materielle Wohlstandsniveau, das Gesundheitssystem, die allgemeine Lebensqualität sowie die finanziellen Rahmenbedingungen - gegliedert sind.

Der Global Retirement Index wurde von Natixis Investment Managers mit Unterstützung von Coredata Research zusammengestellt. Der Index berücksichtigt die fortgeschrittenen Volkswirtschaften des Internationalen Währungsfonds (IWF), Mitglieder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Der Bericht erfasst Daten aus einer Vielzahl von Quellen, einschließlich der Weltbank. Die Forscher berechneten in jeder Kategorie eine mittlere Punktzahl und kombinierten die Kategorie-Punktzahlen für eine endgültige Gesamtwertung der 44 untersuchten Länder.

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