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Credit Suisse rät von Immobilieninvestitionen in Mittel- und Osteuropa ab

Diese Prognose erstellte die Schweizer Investmentgesellschaft Credit Suisse in ihrem monatlichen Bericht über die Entwicklung auf den weltweiten kommerziellen Immobilienmärkten. „Angesichts des schwierigen Konjunkturumfelds rechnen wir damit, dass die meisten europäischen Märkte im laufenden Jahr unter Druck bleiben werden“, erklärten die Analysten. Durch den hohen Preisabschlag bei Immobilien dürften sich jedoch einige attraktive Investitionsmöglichkeiten ergeben. Das Transaktionsvolumen sei ein zuverlässiger Indikator für die Bodenbildung auf den Immobilienmärkten, so die Credit-Suisse-Experten. Im vergangenen Jahr war dieses in den sogenannten Core-Märkten, die sich durch eine relativ hohe historische Liquidität und Transparenz auszeichnen –  allen voran in Großbritannien, aber auch in Deutschland und Frankreich – am höchsten. Aufgrund der immer noch großen Risikoaversion der Anleger dürften die Top-Objekte in den Kernmärkten die Erholung der Transaktionsaktivität zuerst erleben, folgern die Forscher. Sie raten zu einer Erhöhung des Engagements in erstklassige Titel mit langfristigem Wachstumspotenzial. Den Immobilienmärkten in Mittel- und Osteuropa prognostizieren die Analysten dagegen eine Underperformance im Vergleich zu ihren westeuropäischen Pendants. Neben der nach wie vor erhöhten Risikoaversion der Investoren, die die eher intransparenten und illiquiden Immobilienmärkte Mittelosteuropas besonders hart trifft, stellt vor allem der Schuldenberg dieser Länder ein Problem dar. So dürfte der weltweite Konjunkturabschwung die Länder Mittelosteuropas besonders hart treffen. Türkei längerfristig auf dem aufsteigenden Ast „Kurzfristig wird sich Polen wahrscheinlich am widerstandsfähigsten erweisen“, sagen die Experten. Schließlich habe das Land die besten wirtschaftlichen Perspektiven in der Region. Auch der Privatkonsum in Polen hielt sich Ende 2008 recht gut, was sich positiv auf die Nachfrage nach Einzelhandelsimmobilien auswirken dürfte. Darüber hinaus seien die Büro- und Einzelhandelsmieten, gemessen an Polens Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt, moderat. Andere osteuropäische Länder wie beispielsweise Russland dürften dagegen angesichts ihrer scheinbar überzogenen Mieten eine deutliche Korrektur verzeichnen. Auf längere Sicht befinde sich außerdem die Türkei auf dem aufsteigenden Ast, so die Experten. Dies läge an den positiven demografischen Aussichten des Landes, das als einziges mittelfristig einen bedeutenden Bevölkerungszuwachs verzeichnen dürfte.

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