Der Mann, der den GARS-Fonds absichert „Risikoanalyse ist Kunst und Wissenschaft“

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DAS INVESTMENT.com: Sie suchen also ständig nach der Nadel im Heuhaufen, sprich der nächsten möglichen Katastrophe?

Kröske: Wir ermitteln die wichtigsten Brennpunkte und überlegen, wie sie eskalieren könnten. Das ist manchmal  Kunst und Wissenschaft zugleich.

DAS INVESTMENT.com: Klingt so, als bräuchten Sie eine Menge Fantasie.

Kröske: Bis zu einem gewissen Grad schon, aber das hat auch viel mit Dialog im Team zu tun. Wir spielen gemeinsam verschiedene Szenarien durch. Einmal im Jahr gibt es einen formalen Prozess, den das Strategie Team steuert. Es legt dort die wesentlichen Szenarien für die nächsten zwölf Monate fest.

DAS INVESTMENT.com: Spielen auch vergangene Krisen noch eine Rolle?

Kröske: Ja. Wir wissen, wie die Märkte bei jeder einzelnen Krise reagiert haben. Das vergleichen wir immer mit dem aktuellen Portfolio und simulieren, wie es damals reagiert hätte. Das GARS-Portfolio vom 31. Dezember 2013 hätte am Schwarzen Montag 1987 zum Beispiel nur 4,1 Prozent verloren, während der Aktienmarkt um 17 Prozent nachgab. So sehen wir, wie riskant der Fonds gerade zusammen gestellt ist.

DAS INVESTMENT.com: Und wie geht es dann weiter?

Kröske: Wenn das Team denkt, dass was am Portfolio geändert werden sollte, dann geht die Info zum Fondsmanager.

DAS INVESTMENT.com: Also Guy Stern – sind Sie ihm weisungsbefugt?

Kröske: Nein, soweit würde ich nicht gehen, wir erteilen ihm wie allen Fondsmanagern bei Standard Life Investments Ratschläge. Allerdings gibt es gewisse Risikogrenzen, an die sich der Fondsmanager halten muss. Und unser Risikochef Brian Fleming sitzt in der Strategic Investment  Group – er hat dadurch erheblichen direkten Einfluss.

DAS INVESTMENT.com: Erzählen Sie mehr zu den Risikogrenzen.

Kröske: Wir haben ein Risikolimit auf Anlageklassen. Keine von ihnen darf mehr als 40 Prozent des Gesamtrisikos ausmachen, für einzelne Strategien liegt das Limit bei 30 Prozent. Aktien mögen wir zurzeit, deshalb sind wir da nahe am Limit. Wir verzichten bewusst auf eine Star-Strategie, die die anderen Strategien dominieren würde. Wir wollen stattdessen eine ausgeglichene Risikoverteilung des Gesamtrisikos auf die einzelnen Strategien erreichen.

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