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Burkhard Wagner zur Börsenkultur Eine neue Liebe zur Aktie

Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse
Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse: Deutsche zählen eher zu den Aktienmuffeln | Foto: imago images / rheinmainfoto

Aktienanlagen waren verpönt und galten bei vielen Anlegern bisher als spekulatives Teufelszeug. Ende 2019 betrug laut dem Deutschen Aktieninstitut die Aktienquote in Deutschland gerade einmal 15,2 Prozent - somit hat nur jeder siebter Deutsche Geld in Aktien- und Aktienfonds angelegt.

„Investieren anstatt sparen“

Burkhard Wagner
Foto: PARTNERS AG

Ausgerechnet die Corona-Krise scheint nun aber Bewegung in das Anlageverhalten vieler Deutschen zu bringen. Zahlreiche Investoren haben die heftigen Kursschwankungen an den Aktienmärkten im Frühjahr 2020 offenbar dazu genutzt, Aktien zu kaufen. Darauf deutet der Deutsche Geldanlage-Index hin, den das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) berechnet hat.

Der Index misst die Einstellung der Deutschen zur Geldanlage, insbesondere zu Aktien, Aktienfonds und fondsgebundene Lebensversicherungen. Dieser Stimmungsindikator deckt sich mit dem tatsächlichen Anlegerverhalten, denn Banken und Fondsanabieter melden seit März 2020 einhellig erhebliche Mittelzuflüsse in Aktienanlagen sowie Aktienfonds. Die ING Diba als eine der großen Online-Banken teilte mit, dass sich die Depoteröffnungen gegenüber 2019 vervierfacht hätten. Eine aktuelle Statista-Umfrage ergab ein unverändert hohes Interesse an Aktienanlagen trotz derzeit zahl- reicher Unsicherheitsfaktoren.

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Es bleibt zu hoffen, dass die deutschen Anleger es verstanden haben, auch zukünftig besser langfristig in Qualitätsaktien und somit in die globale Wirtschaft zu investieren, anstatt bei auch weiterhin zu befürchten- dem Niedrigzins große Anlagebeträge unattraktiv verzinst anzulegen und damit einen inflationsbedingten Kaufkraftverlust hinzunehmen.

Aufschwung mit Handbremse

Der Präsident des Handelsblatt Research Instituts (HRI) Prof. Bert Rürup sieht, dass Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern erstaunlich gut durch die Krise kommt. Seiner Meinung nach dürfte die deutsche Wirtschaft in 2020 nur noch um 6,6 Prozent schrumpfen. Im Sommer war man noch von minus neun Prozent ausgegangen.

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