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Wolfgang Juds, Geschäftsführer von Credo Vermögensmanagement in Nürnberg

Wolfgang Juds, Geschäftsführer von Credo Vermögensmanagement in Nürnberg

Erfolgreich Geld anlegen

Geld verdienen trotz niedriger Zinsen

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Deutsche Sparer verfügen über 1,95 Billionen Euro in Barmitteln und Einlagen - und es ist schwer vorstellbar, dass dieses Vermögen nur zur kurzfristigen Reserve vorgesehen ist. Für viele Anleger stellt die kurzfristige Verfügbarkeit ein wichtiges Entscheidungskriterium dar. Allerdings verlieren die Anleger inzwischen unter Berücksichtigung der Steuern und der Inflation real Geld. Das ist inzwischen bekannt. Aber selbst für den konservativen Anleger, der klassisch in festverzinsliche Wertpapiere investiert hat, wird es zukünftig schwierig, weil der Zins als Entgelt für die Kapitalüberlassung und als Risikoprämie fast nicht mehr da ist. Außerdem laufen in den nächsten Jahren viele bislang gut verzinste Anleihen aus, die nur zu schlechteren Konditionen neu angelegt werden können.

Eine der bedeutendsten Erkenntnisse ist, dass es ohne Aktien nicht geht. Mit Aktien profitieren Anleger an der Wertschöpfung der Wirtschaft, die ihnen in Form von Dividenden und Kursgewinnen zufließen. Besonders die Bedeutung der Dividenden ist gestiegen. Für 2015 rechnen Beobachter und Analysten mit Rekordausschüttungen bei den Dax 30-Unternehmen in Höhe von etwa 30 Milliarden Euro. Gemessen an der aktuellen Marktkapitalisierung entspricht dies etwa 3 Prozent. Verglichen mit den aktuellen Renditen für Unternehmensanleihen wie zum Beispiel Volkswagen, Siemens oder BMW, die deutlich unter 1 Prozent liegen, ist dies ein erheblicher Mehrertrag. Allerdings sind die Kursschwankungen erheblich höher.

Kursschwankungen ausnutzen!


Viele Anleger lassen sich von den Kursschwankungen abschrecken und haben Angst vor Kursverlusten. Die Erfahrungen der Telekom-Aktienemissionen und des Neuen Marktes sitzen tief. Manche Anleger, die damals eingestiegen sind, warten noch heute auf Ihre Einstiegskurse von damals. Allerdings werden die Dividenden meist nicht berücksichtigt. Bei einem Ausgabepreis der T-Akie im November 1996 von 28,50 DM (14,57 Euro) hätten Anleger zwar knapp zwei Euro an Kursrückgängen zu verzeichnen gehabt, denen aber jedes Jahr eine Dividende von zuletzt 0,50 Euro gegenüber steht. Somit war selbst die T-Aktie, die oft als Negativbeispiel für die Aktienanlage herhalten muss, für die Erstanleger auf lange Sicht kein Verlustgeschäft.

Natürlich gab es in den vergangen Jahren erheblich bessere Investmentanlagen und die Kurseinbrüche 2001/2002 sowie 2008 waren nichts für schwache Nerven. Aber die Märkte haben sich wieder erholt und die Kurse sind wieder gestiegen. Ziel muss es jedoch sein, durch Kursschwankungen an den Märkten Zusatzerträge zu generieren durch antizyklisches Handeln. Dabei bieten sich zwei Strategien an: Zum einen die einfache Strategie des Rebalancing, wonach die verschiedenen Anlageklassen gleichgewichtet werden und regelmäßig wieder auf ihr ursprüngliches Gewicht zurückgesetzt werden.

Zum anderen bietet sich für den erfahrenen Anleger eine Strategie an, wonach die am stärksten gefallenen und oft auch preiswerten Anlageklassen zugekauft werden und teure Investments reduziert beziehungsweise verkauft werden. Um die Bewertung zu ermitteln, bedarf es dem Einsatz von komplexen Modellen mit entsprechend langen Zeitreihen, um den Vergleich vornehmen zu können.

Sinnvolle Diversifikation

Das Ziel der Diversifikation besteht nicht darin, die Erträge zu maximieren, sondern mögliche Verlustpotenziale zu reduzieren. Dazu bedarf es einer Streuung der Anlagen auf verschiedene Anlageklassen, die sich möglichst gegenläufig entwickeln. Es ist sinnvoll, ein Portfolio weltweit auf Aktien, Renten, Immobilien, Gold und Liquidität aufzuteilen und zu mischen. Allerdings besteht gerade bei den niedrigen Zinsen, die Gefahr einen immer höheren Teil in Aktien oder aktienähnlichen Anlagen zu investieren, zum Beispiel den Anteil von High Yield-Anleihen und Anleihen aus Schwellenländern insbesondere in lokaler Währung ständig aufzustocken, da sich in Krisenzeiten diese Anlageklassen ähnlich wie Aktien verhalten. Das Depot sollte gleichermaßen einen Schutz vor Deflation, einen Schutz vor Inflation sowie stetige Erträge beinhalten.

Eine Kombination der vorgestellten Prinzipien verbunden mit einer konsequenten Umsetzung und einem aktiven Risikomanagement wird dazu beitragen, langfristig attraktive und stabile Erträge zu erwirtschaften. Der Börsenaltmeister Warren Buffett hat Folgendes gesagt: "Betrachte die Schwankungen am Markt als Freund, nicht als Feind. Profitiere am Börsenwahn statt mit ihm mitzumachen!" Dem ist nicht hinzuzufügen.

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