Torsten Teichert, Quelle: R. Fuhrmann-Rickert

Torsten Teichert, Quelle: R. Fuhrmann-Rickert

„Es gibt keine Alternative zum KG-System“

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Teichert erwartet, dass es künftig mehr Schiffsfonds mit „Preferred-Strukturen“ gibt, bei denen die Anleger oder ein Teil der Anleger zuerst in den Gewinntopf greifen dürfen – allerdings können sie sich dann in der Regel auch nur ein bestimmtes Maximum herausholen. Zudem wird der Anleger erwarten, dass neben ihm noch andere Parteien, etwa der Reeder oder das Emissionshaus, ihren Eigenkapitalanteil beisteuern. „Sie wollen mit jemandem im gleichen Boot sitzen“, so Teichert. Der Lloyd-Vorstand geht zudem davon aus, dass es eine neue Diskussion über Schiffsbetriebskosten geben wird. Das 50-Milliarden-Dollar-Paket könnte einerseits etwas zusammenschrumpfen, wenn Schiffe bei den Werften storniert werden. Teichert glaubt aber nicht, dass es vielmehr als 10 bis 15 Prozent sein werden. Durch verspätete Ablieferungen könnte das Volumen zudem über mehr Jahre als geplant verteilt werden. Andererseits könnte das zu stemmende Platzierungsvolumen wachsen: Teichert rechnet fest damit, dass bald die ersten großen Linienreedereien, bei den Emissionshäusern anklopfen und Sale-and-Lease-Back-Geschäfte vorgeschlagen. Denn die Schiffe, die die deutschen Emissionshäuser auf den Büchern haben, machen gerade mal ein Zehntel des gesamten Ordervolumens aus. Daher sei es auch Unfug zu behaupten, dass die deutschen Emissionshäuser durch ihren Platzierungsdruck Schuld an der Schiffskrise seien, so Teichert, Unter anderem haben auch die großen Linienreeder kräftig Schiffe bestellt, die sie wohl bald wieder gerne aus ihren Bilanzen raus haben wollen. Entscheidend für die Entwicklung des Marktes ist aber nicht nur die Angebotsseite der Schiffskapazitäten: „Über die Zukunft der Schifffahrt entscheidet nicht die Schifffahrt, sondern die Weltwirtschaft“, so Teichert. Er glaubt nicht an einen L-förmigen-Verlauf der Konjunktur, also nach steilem Absturz eine lange Stillstandsphase auf niedrigem Niveau. Seine Prognose: Es geht noch einmal etwas nach unten und dann relativ schnell bergauf.

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