Flexible Finger: Kupfer statt Kohlendioxid

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Zertifikate, die Umweltschmutz erlauben – sogenannte Kohlendioxidzertifikate – schädigen nicht nur Umwelt, sondern auch Staat. Wie sehr, das zeigt der aktuelle Geldwäschebericht der Financial Intelligence Unit, den Bundeskriminalamt und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) jetzt vorgelegt haben. Demnach gingen dem Fiskus seit Mitte 2009 rund 850 Millionen Euro Umsatzsteuer durch die Lappen.

Das funktionierte so: Der Verkäufer eines Kohlendioxidzertifikats führte keine Mehrwertsteuer ab, der Käufer rechnete beim Finanzamt trotzdem Vorsteuer ab. Das ist seit 1. Juli 2010 nicht mehr möglich, jetzt muss der Käufer in jedem Fall Steuern bezahlen.

Seitdem diese Oase trocken ist, wenden sich die schlimmen Finger neuen Feldern zu. Laut Bericht gibt es nun Hinweise auf Betrügereien beim Handel mit Strom, Gas, Kupfer und höherwertigen Elektrowaren. Man beobachte den Trend sehr genau, heißt es im Bericht.

Die Geldwäsche-Gesamtstatistik indes markiert einen traurigen Höhepunkt. So verzeichnete die Behörde im vergangenen Jahr 11.042 Verdachtsanzeigen. 22 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und der höchste Stand seit Einführung des Geldwäschegesetzes 1993. Allerdings führt das die Behörde nicht auf gesteigerte kriminelle Energie zurück. Vielmehr seien die Meldepflichtigen gegenüber dem Thema sensibler geworden.

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