Aktualisiert am 17.11.2021 - 12:55 UhrLesedauer: 3 Minuten

31. Dezember 2021 Fondsanbieter hadern mit nahender Priips-Deadline

Europagebäude in Brüssel
Europagebäude in Brüssel: In dem Gebäude hat der Rat der Europäischen Union seinen Sitz. | Foto: imago images / photothek
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31. Dezember 2021: Das Startdatum, ab dem Fondsgesellschaften Produktinformationen für ihre Publikumsfonds Priips-konform aufbereiten sollen, ist zwar schon einmal um zwei Jahr verschoben worden. Das reicht vielen Gesellschaften jedoch nicht aus. Laut einer Umfrage des Fondsdaten- und Technologieanbieters FE Fundinfo melden viele Häuser Schwierigkeiten, die Deadline für die praktische Umsetzung einzuhalten.

Priips steht für Packaged Retail and Insurance-based Investment Products. Mit der Verordnung möchte der europäische Gesetzgeber sicherstellen, dass Privatanleger untereinander vergleichbare Produktinformationen erhalten, wenn sie ein Finanz- oder Versicherungsanlageprodukt kaufen. Die Anbieter sollen deshalb übersichtliche Basisinformationsblätter („Key Information Documents“, KIDs) erarbeiten und dem Vertrieb zur Verfügung stellen.

Für kapitalbildenden Versicherungen und Derivate ist die Verordnung bereits wirksam. Publikumsfonds dürfen sich zwei Jahre länger Zeit lassen, um ihre Informationsblätter PRIIPs-konform umzuarbeiten. Nun rückt aber auch für sie das Fristende näher – am 31. Dezember 2021 sollen sie bereit sein.  

Trotz des langen Aufschubs fühlen sich viele Gesellschaften nicht gut gerüstet, legt die Umfrage von FE Fundinfo nahe. Eine von acht Gesellschaften befürchtet sogar, die Frist zum 31. Dezember nicht einhalten zu können. Immerhin 38 Prozent gaben allerdings auch an, mit der Erstellung von PRIIPs-Informationsblättern noch nicht einmal begonnen zu haben.  

Warum es den Fondsgesellschaften so schwer fällt, die Informationsblätter auf das neue Format umzustellen? Vor allem die politischen Unstimmigkeiten waren lange Zeit ein Grund, warum viele Fondsanbieter mit dem Startdatum hadern. Die europäischen Regulierungsbehörden Eba, Esma und Eiopa konnten sich zunächst nicht auf gemeinsame Vorschläge zur Überarbeitung der Regeln einigen. Mit den RTS sollten bestimmte Details der Verordnung noch einmal überarbeitet werden. Anfang Februar dieses Jahres stimmte letztlich auch die Versicherungsaufsicht Eiopa zu.

Ein weiterer Grund ist die Datenmenge, die PRIIPs erfordert. Die Gesellschaften müssen Daten zu Wertentwicklung, Kosten und Gebühren der Fonds vorhalten. Zusätzlich, so erinnert FE Fundinfo, müssen Risiko-Angaben in volatilen Märkten unter Umständen neu angepasst werden.

„Der administrative Aufwand, den die PRIIPs-KIDs für Fondsanbieter bedeuten, darf nicht unterschätzt werden. Für jede aktive Anteilsklasse müssen jährlich neue Dokumente erstellt werden, in denen Informationen zu Performance, Risiko, Kosten und Gebühren veröffentlicht werden müssen“, erläutert Mickkel Bates, Regulations Manager bei FE Fundinfo. Von den an der Umfrage teilnehmenden Gesellschaften hatten fast 30 Prozent die Erstellung der PRIIPs KIDs an externe Anbieter ausgelagert.

In Deutschland fordert auch der Fondsverband BVI, die verpflichtende Anwendung der PRIIPs-Regeln für Fondsgesellschaften noch einmal zu verschieben.

Teilgenommen an der Umfrage haben rund 75 Asset Manager aus Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz und Luxemburg sowie Großbritannien. Für britische Fondsgesellschaften ist die PRIIPs-Verordnung nach dem Austritt des Landes aus der Europäischen Union zwar nicht mehr vorgeschrieben. Laut FE Fundinfo wollen sich viele dortige Anbieter allerdings dennoch an den europäischen Standards orientieren.

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