Axel Daffner ist Geschäftsführer bei Pegasos Capital. Das Unternehmen berät den im Mai aufgelegten Blockchain-Fonds. | © Pegasos Capital/Alexander Bernhard

Fondsberater Axel Daffner

„Die Blockchain-Technologie wird unser Leben revolutionieren“

DAS INVESTMENT: Ihr gerade gestarteter Fonds Art Transfomer Equities (ISIN: DE000A2PB6R4) investiert in Unternehmen, die sich die Blockchain-Technologie zunutze machen. Ist das nicht ein einseitiger Investment-Ansatz?

Axel Daffner: Die Blockchain ist eine Basistechnologie, im weitesten Sinne vergleichbar mit der Internettechnologie. Wer vor zehn Jahren in eine Internettechnologie-Firma investiert hat, hat häufig ein lohnendes Investment getätigt.  Wir investieren nicht nur in neue Unternehmen am Markt, die Produkte oder Dienstleistungen rund um die Blockchain-Technologie (New Player) liefern, sondern auch in Firmen aus den unterschiedlichsten Branchen, die sich diese Technologie im Rahmen ihrer etablierten Geschäftsmodelle oder Prozesse zunutze machen wollen. Im Kern haben wir für den Art Transformer Equities die Branchen Automobil, Energie, Finanzen, Versicherung, Gesundheit und Pharma, Logistik, Technologie sowie Tourismus definiert. Die etablierten Unternehmen bilden rund die Hälfte des Fondsvolumens ab. Die andere Hälfte investieren wir in reine Blockchain-Unternehmen, die sich mit Infrastruktur, Netzwerk, Protokollen, Services oder Applikationen im Rahmen der Blockchain-Technologie beschäftigen.

Mit 60 bis 90 Titeln im Portfolio scheinen Sie eher nach dem Gießkannenprinzip zu investieren als einzelne Unternehmen besonders hervorheben zu wollen.

Daffner: Ein wichtiger Grund ist, dass wir in der Entwicklung und Etablierung der Blockchain-Technologie im Markt relativ früh sind. Uns ist es wichtig, das Risiko im Fonds zu streuen. In späteren Phasen kann das Portfolio durchaus konzentrierter werden. Aktuell umfasst das Universum von Titeln, die für den Fonds infrage kommen, etwa 300 Titel. Man kann sie im Wesentlichen in zwei Gruppen aufteilen: die New Player und die etablierten Unternehmen. In unserem Portfolio sind die New Player der Performance-Motor, die etablierten Unternehmen geben dem Fonds mehr Sicherheit. Die beiden Kernportfolios werden beide mit 50/50 gleich groß im Fonds allokiert. Alle Titel werden gleich gewichtet. Bis auf eine kleine Liquiditätsreserve ist der Fonds stets komplett investiert. Dadurch wollen wir zu große Wetten auf einzelne Unternehmen vermeiden und eine breite Streuung beziehungsweise angemessenes Chance-Risikoprofil des Fonds erreichen.

Schildern Sie uns uns einmal Ihren Investment-Prozess.

Daffner: Im ersten Schritt wählt unser Investment-Scout und Blockchain-Experten Kilian Thalhammer Titel auf Basis einer fundierten Recherche aus. Herr Thalhammer hat 15 Jahre Erfahrung mit den Themen Payment, Fintech, Ecommerce und Loyalty. Er schaut nach investierbaren Unternehmen, die sich mit der Blockchain-Technologie auseinandersetzen und ein Wertschöpfungspotential mitbringen. Im nächsten Schritt unterziehen wir die Titel aus dem Universum einer quantitativen und qualitativen Analyse. Dann erst entscheiden wir uns für 60 bis 90 Unternehmen.

Was muss ein Unternehmen genau mitbringen, um den Weg ins Portfolio zu finden?

Daffner: Entscheidend bei den New Playern sind Finanzkennzahlen wie etwa Wachstumspotential, Bewertung, Technologieführerschaft und Marktanteil. Bei den etablierten Unternehmen achten wir unter anderem auf Profitabilität, Liquiditätskennzahlen und die operative Effizienz.

Sehen Sie die Blockchain als langfristige Investment-Idee – oder könnte sich die Technologie in wenigen Jahren schon wieder überholt haben?

Daffner: Die Blockchain-Technologie ist noch sehr jung, aber genau darin liegt die Chance! Wir sind der Meinung, dass der Markt die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten und damit das Potential noch unterschätzt. Blockchain-Anwendungen kann es in den unterschiedlichsten Branchen und Sektoren geben. Wir befinden uns erst am Anfang der Entwicklung, manche Anwendungen sind erst in der Testphase. Bei der Blockchain handelt es sich nicht um ein beliebiges Produkt, das von den Launen des Marktes und der Endkunden abhängt. Ende der 60er oder Anfang der 70er Jahre hätte auch niemand abschätzen können, dass irgendwann mal ein weltweiter Datenaustausch ohne Internet nicht mehr vorstellbar ist. Wir sind fest davon überzeugt, dass wie das Internet auch die Blockchain-Technologie unser Leben revolutionieren wird.

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