Fondsbranche

EU-Kommission überlegt, Fondsanbieter und Depotbanken zu trennen

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Einige Vermögensverwalter und ihre Depotbanken stehen sich zu nah, findet die EU-Kommission in Brüssel. Um den Anleger zu schützen, sollen die Verwaltung und die Verwahrung von Finanzanlagen getrennt stattfinden, berichtet die Börsenzeitung.

Dies betrifft vor allem die Volks- und Raiffeisenbanken, Sparkassen und Landesbanken. So werden etwa die Fonds der Union Investment nur von DZ-Bank, WGZ-Bank und deren Tochterfirmen in Luxemburg verwahrt – und die Union Investment wiederum ist einziger Kunde dieser Banken. Nach Untersuchungen der Wertpapierbörse ESMA sind in Deutschland 40 Prozent des Fondsmarktes sowie ein Volumen von 476 Milliarden Euro von 26 Gesellschaften betroffen.

Um Verquickungen aufzulockern, schlagen Vertreter der Finanzbranche vor, zukünftig Ausschreibungsverfahren für die geeignetste Depotbank durchzuführen. Einigen Vertretern der EU-Kommission geht das nicht weit genug. Sie setzen sich für eine deutlichere Trennung von Vermögensverwalter und Depotbank ein und fordern die Zerschlagung der Verbindungen zwischen den beiden Parteien.

Die Einschätzungen der betroffenen Banken reicht laut Börsenzeitung von Sorge und der Hoffnung, dass sich der Branchen-Vorschlag durchsetzt, bis hin zu „Extremszenario“. Würde man umstellen, könnte das allein bei Union Investment bis zu 10 Millionen Euro kosten, so Schätzungen.

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