Lockt auch die härtesten Jungs aus der Reserve: Super-Model Adriana Lima (Quelle: Youtube)

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Die Schöne und der Ball

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Wenn am 1. Februar in Glendale die New England Patriots und die Seattle Seahawks um die Vorherrschaft im American Football kämpfen, sollte aus deutscher Sicht eigentlich ein Mann im Vordergrund stehen: Sebastian Vollmer. Der 145 Kilogramm schwere und 2,03 Meter große Koloss aus Kaarst bei Düsseldorf spielt bei den Patriots auf einer Schlüsselposition und hat die Chance, als erster Deutscher den Super Bowl zu gewinnen. Vor drei Jahren scheiterte er denkbar knapp, als seine Mannschaft im Finale gegen die New York Giants den schon sicher geglaubten Sieg in den Schlussminuten noch verspielte.

Doch auch an den Bildschirmen in Deutschland – Sat 1 überträgt live – dürfte eine Frau mindestens genauso viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Adriana Lima. Denn zwischendrin demonstriert die schöne Brasilianerin mit ihren vier Model-Kolleginnen Candice Swanepoel, Doutzen Kroes, Lily Aldridge und Behati Prinsloo in einem wie schon 2014 von der Dessous-Firma Victoria’s Secret eigens für das Endspiel produzierten Werbe-Spot, wie heiß Football sein kann.

Das Umfeld des Super-Bowl-Finales zählt zu den begehrtesten und teuersten Werbeplätzen im Fernsehen überhaupt. Kein Wunder – schauen doch weltweit fast eine Milliarde Menschen zu. Ein 30-sekündiger Spot kostet bis zu 4,5 Millionen US-Dollar, und dabei ist, wer im internationalen Business Rang und Namen hat: Coca-Cola, Pepsi, Mars, Anheuser-Busch, McDonalds und bei den Autoherstellern auch die deutschen Premium-Marken BMW und Mercedes Benz. Ihre Teilnahme abgesagt haben in diesem Jahr VW und Audi. Dafür feiert – in der Hoffnung auf Vollmers Sieg – der Düsseldorfer Waschmittelproduzent Henkel seine Super-Bowl-Premiere.

Für die Victoria’s-Secret-Muttergesellschaft Limited Brands scheint sich der Werbeaufwand zu lohnen: Die Aktie des Bekleidungskonzerns aus Columbus entwickelt sich seit Jahren überdurchschnittlich und legte allein in den vergangenen zwölf Monaten auf Dollar-Basis fast 60 Prozent zu. Im gleichen Zeitraum schaffte der S&P-500-Index nur 12 Prozent. Vom Anstieg profitierten auch einige Aktienfonds – unter anderem der Miller Howard Dividend Equity von John Leslie, Lowell Miller, Bryan Spratt und Roger Young: Dort gehört Limited Brands mit einem Anteil von derzeit knapp 4 Prozent seit Monaten zu den größten Positionen. Geholfen hat es indes wenig: Während nämlich ETFs auf den S&P-500 auf Zwölf-Monats-Sicht wegen des Dollar-Höhenflugs auf Euro-Basis rund 35 Prozent schafften, kommt der Miller-Howard-Fonds nur auf 20 Prozent.

Wenig ausrichten konnte die Limited-Brands-Aktie auch im Portfolio des Credit Suisse Luxury Goods Equity, wo sie Ende 2014 mit 4,5 Prozent gewichtet war. Andere auf Marken- und Luxusprodukte spezialisierte Aktienfonds wie der Julius Bär Luxury Brands oder der Pictet Premium Brands performten in den vergangenen zwölf Monaten nicht schlechter, obwohl sie die Rally bei Limited Brands verpassten. Der Morgan Stanley Global Brands schnitt sogar erheblich besser ab. Und auch der Astra-Fonds von Jens Ehrhardt (Limited-Brands-Anteil: 2,5 Prozent) hinkt über diesen Zeitraum dem Durchschnitt seiner Vergleichsgruppe der weltweit anlegenden Aktienfonds deutlich hinterher. Ein süßes Aktien-Geheimnis allein macht also noch keinen Fonds-Sommer.

Eine Frage, die alle Anleger mit einem USA- oder Nordamerika-Fonds im Depot betrifft, ist jene nach der Legende vom Super-Bowl-Indikator. Sie besagt: Gewinnt ein Team aus der einstigen National Football League (NFL, heute NFC) gegen den Vertreter der American Football League (AFL, heute AFC), dann folgt an der Wall Street ein gutes Börsenjahr. Eine Regel, die in den vergangenen 44 Jahren immerhin in 80 Prozent der Fälle gepasst hat. Wer abergläubisch ist und den Erfolg seiner Fonds nicht gefährden möchte, sollte also seine Sympathien für Sebastian Vollmer hintanstellen und dem NFC-Team Seattle Seahawks die Daumen drücken.

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