Karsten Dümmler (Foto: Tom Hönig)

Karsten Dümmler (Foto: Tom Hönig)

Geschlossene Goldfonds: „10-Millionen-Euro-Marke geknackt“

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DAS INVESTMENT.com: Im Markt der geschlossenen Fonds scheint es nur zwei Produktsparten zu geben, die gegenwärtig gehen: Immobilienfonds und Solarfonds. Was ist mit Goldfonds? Karsten Dümmler: Wir können nicht klagen. Das liegt daran, dass der Kunde das Thema Gold in der Beratung von sich aus anspricht. Dieses starke Interesse wird gegenwärtig nur von Solarinvestments getoppt. Unser erster Fonds ist  seit Dezember 2009 ausplatziert, der zweite Fonds, der Ende November vergangenen Jahres startete, bereits zu 50 Prozent. Wir haben vor kurzem die 10-Millionen-Euro-Marke beim Gesamtplatzierungsvolumen geknackt. DAS INVESTMENT.com: Wie viel entfiel dabei auf Netfonds? Dümmler: Über Netfonds wurde im ersten Fonds etwa 60 Prozent platziert, doch der Anteil, der über die Plattformen Efonds und Bit, sowie über direkt an Solit angebundene Makler kommt, stieg in den vergangenen Wochen deutlich an. Bei der 2. KG hat Netfonds nur noch einen Anteil von zirka 30 Prozent an den Platzierungen. Das ist auch nicht verwunderlich: Viele Berater halten sich beim ersten Produkt eines Emissionshauses zurück und warten ab, wie sich der Initiator und der Erstlingsfonds entwickeln. Bei den bei Netfonds angeschlossenen Finanzmaklern war die Überzeugungsarbeit aufgrund persönlicher Kontakte einfacher. DAS INVESTMENT.com: Hat der Vertrieb darauf gedrängt, beim zweiten Fonds auch die Sparplanvariante anbieten zu können? Dümmler: Ja, ganz klar. DAS INVESTMENT.com: Sparpläne sind in der Branche allerdings eine Reizvokabel. Es gab einige geschlossene Fonds, bei denen die Einmalanleger-Ausschüttungen von den Ratensparern finanziert worden sind. Dümmler: Wir kennen die Fälle, aber so etwas ist bei uns ausgeschlossen. Wir behandeln Einmalanlagen- und Sparplankunden absolut gleich, die Investitionsquote ist bei beiden 95 Prozent. Das ist deshalb möglich, weil wir für das eingelegte Geld physisch Gold oder Silber kaufen und im Schweizer Depot hinterlegen. Der Anleger kann online tagesaktuell die Entwicklung seines Depots verfolgen. Im Gegensatz zu anderen Beteiligungen kann der Anleger seine Beteiligung auch jederzeit kündigen und sich entweder auszahlen oder seine Barren in der Schweiz aushändigen lassen.  DAS INVESTMENT.com: Wollen Sie auch auf den Bankvertrieb setzen? Dümmler: Ja, wir planen in Kürze mit einigen ausgewählten Instituten zusammenzuarbeiten. Klar ist, dass auch bei vielen Banken und Sparkassen eine politisch bedingte Zurückhaltung herrscht, mit einem neuen Emissionshaus zu kooperieren – oder wenn dort andere Goldprodukte verkauft werden. DAS INVESTMENT.com: Und wenn der Anleger in lang laufende Investments geht, kann man nicht mehr einmal im Jahr das Portfolio drehen… Dümmler: Wir wollen und können aber auch gar nicht an jedem Bankschalter der Republik mit unseren Fonds verfügbar sein. Wir konzipieren keine Massenprodukte, aber wenn das eine oder andere Institut das Produkt mit in den Vertrieb nimmt, haben wir natürlich nichts dagegen. DAS INVESTMENT.com: Wahrscheinlich hat aber nicht nur der Anleger, sondern auch der Vertrieb einen gewissen Aufklärungs- und Schulungsbedarf in Sachen Edelmetall-Investments? Dümmler: Auf jeden Fall, wobei wir dabei davon abgekommen sind, des Guten zuviel zu tun und VWL-Proseminare zu veranstalten. Da ging’s anfangs um Bretton Woods, um die US-Staatsverschuldung und die historische Entwicklung des Goldpreises - warum in Edelmetalle investiert wird, ist aber eigentlich Beratern wie Kunden klar. Sie sind zum Beispiel für das Inflationsthema bereits stark sensibilisiert. Und wenn der Berater entsprechend firm und der Kunde geeignet ist, kann auch die Asset-Allocation als Argument ins Feld geführt werden. DAS INVESTMENT.com: Kaufen Ihre Anleger mehr Gold oder mehr Silber? Dümmler: Sie investieren zu rund 70 Prozent in Silber, weil dabei der Einkaufsvorteil größer ist. Über uns als Ankäufer entfallen die 19 Prozent Mehrwertsteuer, die Privatkäufer berappen müssen. Damit  bieten wir etwa 40 bis 60 Prozent Preisvorteil bei Silber, bis zu 12 Prozent bei Gold. DAS INVESTMENT.com: Welche Summe wird durchschnittlich investiert? Dümmler: Bei Einmalanlegern im Schnitt rund 12.000 Euro. Die höchsten Zeichnungssummen bisher lagen bei einigen 100.000  Euro. Bei den Sparplänen sind es monatlich in der Regel 150 Euro bei einer Laufzeit von 15 bis 17 Jahren, was einer Beteiligungssumme zwischen 27.000 und 30.600 Euro entspricht. DAS INVESTMENT.com: Ihrem Prospekt kann man entnehmen, dass Sie von einer Platzierungsgarantie abgesehen haben. Dümmler: Das stimmt, ein solches Risiko wäre für uns als kleines Emissionshaus auch alles andere als angemessen und ist bei Gold und Silber vor allem auch nicht notwendig, da man ja beliebige Stückelungen kaufen kann.  Wichtig für den Anleger ist ja nur, dass sein persönliches Investment nicht abhängig von dem gesamten Vertriebserfolg ist. Dafür bieten wir eine Kostengarantie: Alle Kosten der KG werden auf jeden Fall vom Emissionshaus übernommen, selbst wenn diese nicht durch die prospektierten Gebühren gedeckt würden. Inzwischen hat sich das Thema aber sowieso erledigt, da wir bereits heute deutlich mehr platziert haben, als zur Deckung der Kosten nötig ist. DAS INVESTMENT.com: Halten Sie es für sehr wahrscheinlich, dass in Deutschland Goldbesitz verboten wird? Dümmler: Das zeichnet sich nicht wirklich ab und ich halte auch nichts davon, wenn wir uns als Anbieter an Spekulationen über extreme Krisenszenarien beteiligen. Es gibt aber definitiv Anleger, die sich gerade gegen solche Situationen „versichern“ möchten, und das ist dann auch ein emotionaler Punkt. Tatsache ist jedenfalls, dass es in der Schweiz ein solches Verbot im Gegensatz zu Deutschland oder den USA nie gab. In Bezug auf Sicherheit bieten wir aber noch mehr: unsere Logistikkette von Ankauf, Lagerung und Ausgabe des Edelmetalls ist absolut transparent. DAS INVESTMENT.com: Bei den Depotkosten liegt Xetra-Gold aber unter ihren Konditionen. Dümmler: Ja, rein auf die Kosten im Produkt bezogen.  Wir veranschlagen jährlich 1,6 Prozent, Xetra-Gold 0,39 Prozent. Bei dem Zertifikat kommen aber noch die Depotgebühren der Bank dazu. Doch dafür können unsere Anleger den Wertzuwachs ab einem Jahr Haltedauer steuerfrei mitnehmen. Und Xetra-Gold ist eine Inhaberschuldverschreibung – da haben wir nochmals das Thema Sicherheit. Unser Kommanditist hat direkten Anspruch auf sein Depot und auf die Barren-Auslieferung, er kann nicht enteignet werden. Wenn der Anleger das will, kann er also sein Asset in Händen halten.

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