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Donald Trump nach einer Rede zum „Made in America“-Tag im Weißen Haus. Die Tweets von US-Präsident Trump verunsichern immer wieder die Aktienmärkte weltweit.  | © Getty Images

Globale Konjunkturabkühlung Aktienmärkte sind im Fegefeuer von Trump-Tweets

Der August war an den Aktienmärkten von erhöhter Volatilität und tendenziell fallenden Kursen geprägt. Damit hat die von den Marktteilnehmern – und Donald Trump – erhoffte Zinssenkung von 0,25 Prozentpunkten der US-Notenbank Fed, entgegen den Erwartungen, die Aktienkurse nicht weiter beflügeln können. Maßgeblich dazu beigetragen hat der weiter eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China. Die Lage bleibt daher für den neutralen Beobachter und Investor wenig überschaubar.

Aktienmärkte – Rück- und Ausblick

Aufgrund dieser unberechenbaren Situation, die derzeit täglich von anderen Vorzeichen geprägt ist, raten wir zu einer vorsichtigeren Anlageausrichtung und ruhigem, besonnenem Handeln. Bis der Handelsstreit zwischen den USA und China nicht final ad acta gelegt ist, herrscht ein zu großes Risiko sich von den Emotionen mitreißen zu lassen und falsche Anlageentscheidungen zu treffen. Dieser Konflikt wird unserer Meinung vorerst weiter anhalten, und solange das der Fall ist lastet Planungsunsicherheit auf der Geschäftsentwicklung von Unternehmen. Weiter fallende Konjunktur- und Stimmungsindikatoren belegen dies. So ist der IFO-Geschäftsklimaindex im August den fünften Monat infolge gefallen. Er notiert damit auf einem Siebenjahrestief. In diesem Umfeld präferieren wir defensive, konjunkturunabhängigere Sektoren wie nichtzyklische Konsumgüterhersteller, Unternehmen der Pharma- und Gesundheitsbranche und Versorger. Zudem sind Immobilien- und Infrastrukturfirmen der entwickelten Länder nicht den Handelsstreitkapriolen ausgesetzt.

Negativzinsen breiten sich über die Welt aus

Die Zinstrends haben sich im August nahtlos fortgeführt. Weltweit notieren Anleihen im Wert von 17 Billionen US-Dollar mit einer negativen Rendite, seit vergangenem Monat erstmals auch die 30-jährige deutsche Bundesanleihe. Diese Entwicklung hat nun mit zunehmender Geschwindigkeit auch die Unternehmensanleihenmärkte erreicht, wo über eine Billion im negativen Bereich notieren. 95% der Investment-Grade-Anleihen, die noch positiv rentieren, kommen aus den USA. Doch was geht mit dieser Entwicklung einher? Die Zinsen können mittelfristig gar nicht steigen – zumindest nicht ohne einen globalen Crash auszulösen. Eine Rechnung anhand des Beispiels langfristiger Schweizer Anleihen verdeutlicht das. Steigen die Renditen dort nur um 2 Prozentpunkte resultiert das in einem 50- prozentigen Verlust für den Investor. Auf globaler Ebene würde das sämtliche Märkte crashen lassen und Pensionssysteme, die größtenteils in Anleihen investieren müssen, in die Insolvenz führen.

Demnach ist die Welt endgültig abhängig von billigem Geld, zumindest noch solange die Verschuldungsquoten derart hoch sind. Eine Abkehr von dieser Politik möchte kein Notenbanker verantworten.

Demnach können Staatsanleihen nur stärker verlieren, wenn die Investoren das Vertrauen in die Notenbanken und Währungssysteme verlieren – und das zeichnet sich noch nicht ab. Wir sind also vorerst weiterhin moderat positiv für (Staats-) Anleiheinvestments gestimmt.

Rohstoffe – Gold steigt nahezu ohne Pause

Gold ist der Hauptprofiteur der skizzierten Entwicklung der Anleihemärkte. Da es praktisch keine Zinsen mehr gibt, legt das ebenfalls zinslose Edelmetall in sämtlichen Währungen der Welt zu. Mit kleineren Korrekturen ist jederzeit zu rechnen, aber mit Hinblick auf die beschriebene Alternativlosigkeit der Notenbankpolitik kann es fatal sein kein Gold zu besitzen. Notenbanker werden auch weiterhin alles in ihrer Macht stehende versuchen um die Inflationsraten anzuheizen, um eine reale Entschuldung des Systems herbeizuführen, notfalls auch durch Helikoptergeld. All das spricht für Goldbesitz.

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