„High Jewellery“ Wann sich Schmuck als Geldanlage eignet

Das Auktionshaus Sotheby`s zeigt Schmuckstücke aus dem Besitz der französischen Königin Marie Antoinette. Sogenannte High Jewellery eignet sich nur bedingt als Anlage für die Altersvorsorge. | © Getty Images

Das Auktionshaus Sotheby`s zeigt Schmuckstücke aus dem Besitz der französischen Königin Marie Antoinette. Sogenannte High Jewellery eignet sich nur bedingt als Anlage für die Altersvorsorge. Foto: Getty Images

ARTIKEL-INHALT 

Schmuck ist nicht gleich Schmuck. Auf der einen Seite steht der sogenannte Modeschmuck, den es in jedem Kleidungsgeschäft und selbst in den Supermärkten gibt. Auf der anderen Seite gibt es besondere Stücke, deren Wert mindestens vierstellige Beträge schreibt. Noch über ihnen steht die sogenannte High Jewellery - Schmuckstücke mit einem Wert, der höherklassigen Limousinen nahe kommt. Bieten sich diese Schmuckstücke nicht geradezu an, um als Geldanlage genutzt zu werden? Zumindest unter bestimmten Umständen können solche Stücke für Anleger tatsächlich von Interesse sein.

Edelschmuck als alternative Geldanlage - was ist zu beachten?

Der Gedanke, besonders hochwertigen Schmuck als eine Form der Geldanlage zu sehen, liegt nahe. Sie eignet sich allerdings nicht für jeden:

  • Kleinanleger - wer als gewöhnlicher Anleger eine neue Geldanlageform sucht, sollte bei Edelschmuck vorsichtig sein. Der Kaufpreis übersteigt oft den Wert anderer Anlageformen, die Rendite selbst ist ungewiss. Wer hingegen ein solches Schmuckstück geschenkt bekommt oder erbt, kann den Schmuck selbstverständlich als Wertanlage betrachten und ihn sich als Notgroschen aufbewahren.
  • Vermögende Anleger - ist der Kaufbetrag in fünf- oder sechsstelliger Höhe kein Hindernis oder werden diese Schmuckstücke gerne für sich selbst gesammelt oder auch als Geschenk erworben, steht der Anlage überwiegend nichts im Wege.

Das Problem bei dieser Anlageform ist, dass der tatsächliche Wert des Schmuckstücks häufig nicht einfach zu ermitteln ist und sogar von Händler zu Händler variieren kann. Viele High Jewellerys werden eigens für eine Person angefertigt und besitzen einen enormen individuellen Wert, der beim Wiederverkauf nicht erzielt werden kann. Im Kleinen können Anleger dies schon bei gewöhnlichen Erbstücken sehen: Der teure Schmuck der Großmutter wird beim Wiederverkauf nur noch nach harten Fakten bewertet, wie Materialwert, Gewicht oder dem aktuellen Marktpreis des Edelmetalls.

Als gewöhnlicher Anleger mehrstellige Beträge in High Jewellery zu investieren, ist selten ratsam. Wer bereits solchen Schmuck besitzt oder ihn sich anschaffen möchte, sollte sich genauer mit Händlern auseinandersetzen und vorab prüfen, wie sich der Wert des Stücks entwickeln könnte und ob es Wiederverkaufsmöglichkeiten über Händler gibt.

Was macht High Jewellery so teuer?

Dieser exklusive Diamantschmuck unterscheidet sich von gewöhnlichen Schmuckstücken:

  • Materialien - es werden nur hochklassige Materialien verarbeitet.
  • Handwerkskunst - die Schmuckstücke werden von anerkannten Meistern ihres Fachs in Handarbeit gefertigt. In simpel wirkenden Ringen können hunderte Arbeitsstunden liegen.
  • Individuell - einige Stücke aus dem Bereich High Jewellery werden auf Kundenwunsch angefertigt und spiegeln daher individuelle Wünsche und Vorstellungen wieder. Solche Stücke sind Unikate.

Als Form der Geldanlage haben die wertvollen Schmuckstücke Vor-, aber auch Nachteile. Vor allem relativ normal situierte Kleinanleger, die mit Schmuck als Anlageklasse wenig vertraut sind, sollten sich im Vorfeld gut informieren und einen Vergleich zu möglichen Anlagealternativen ziehen. Die Vor- und Nachteile auf einen Blick: