Interview zur Lage in den Schwellenmärkten „Der Gewinn liegt im Einkauf“

Tango-Tänzer in Buenos Aires: Vom IWF bestärkt bleibt Argentiniens Regierung weiterhin handlungsfähig  | © Getty Images

Tango-Tänzer in Buenos Aires: Vom IWF bestärkt bleibt Argentiniens Regierung weiterhin handlungsfähig Foto: Getty Images

Claus Born, Senior Vice President und Institutional Portfolio Manager in der Templeton Emerging Markets Group

Herr Born, die Schwellenmärkte sind zuletzt teils stärker unter Druck geraten – obwohl die konjunkturelle Entwicklung weltweit eigentlich gut läuft. Was sollten Anleger wissen?

Claus Born: In den vergangenen Jahren haben die Schwellenländer eine überaus gute Performance gehabt. Die Annahme, dass ein stärkerer US-Dollar die Länder durch die Bank unter Druck setzt, wird gerne pauschalisiert. Natürlich hinterlassen ein starker US-Dollar und weitreichende Handelskonflikte in den Schwellenmärkten Spuren. Doch es zeigt sich: Bei den Exporteuren in China hat es keinen Gewinneinbruch gegeben. Stattdessen sind aufgrund der Zölle die Preise für Waschmaschinen in den USA um 16 oder 17 Prozent gestiegen. Anleger sollten vorsichtig sein mit voreiligen Schlussfolgerungen. China ist nicht zu 100 Prozent von den USA abhängig. Außerdem hat sich in den vergangenen fünf Jahren die Binnenwirtschaft gut entwickelt. Und China exportiert mittlerweile seine Produkte in den gesamten asiatisch-pazifischen Raum.

Nicht zuletzt zieht die gute Konjunktur in den USA viel Investorenkapital an. Dadurch haben die Schwellenländer derzeit das Nachsehen, oder?