Nach BVI-Kritik

Europäische Versicherungsverbände kritisieren PRIIPs-Entwurf

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Die Kritik an den Vorschlägen der europäischen Aufsichtsbehörden zur Umsetzung der Verordnung über verpackte Anlageprodukte – die sogenannten PRIIPs - nimmt zu. Anfang April monierte der deutsche Fondsverband BVI die Pläne der EU-Regulierer zur Berechnung der Transaktionskosten sowie die kurze Umsetzungsfrist. 

Nun meldet sich auch Insurance Europe, eine Organisation, die die nationalen Versicherer-Verbände unter ihrem Dach vereint, mit Kritik zu Wort. Die europäischen Aufsichtsbehörden (European Supervisory Authorities, ESAs) würden mit ihren PRIIPs-Entwürfen Verbraucher in die Irre führen, so Insurance Europe. 

Missverständliche Angaben über Kosten und Risiken

Die Kritik der Versicherungsverbände zielt auf die Kosten- und Risiken-Angaben in den Informationsblättern zu Finanz- und Versicherungsprodukten, den sogenannte (Key Information Documents, KIDs) ab. So enthielten versicherungsbasierte Investmentprodukte einen Versicherungsschutz, der bei anderen Anlageprodukten fehle. Dies müsse bei den Kostenangaben mit berücksichtigt werden. Allerdings muss diese Risikoprämie für Biometrieprodukte nach den jüngsten Entwürfen als Investmentkosten ausgewiesen werden. Da es sich dabei nicht um Investmentkosten, sondern um eine Versicherungsprämie handele, werde der Verbraucher in die Irre geführt, so der Versicherer-Dachverband.

Des Weiteren moniert Insurance Europe die geplante Risiko-Einstufung der Versicherungsunternehmen. Da die Mehrzahl der Versicherer über keine Bonitätsbeurteilung verfüge, bestünde das Risiko, dass sie automatisch in die höhere Kreditrisikoklasse 3 eingeordnet werden würden, erklären die Verbände. Sie fordern, dass alle Versicherer, die unter die Richtlinie Solvency II fallen, automatisch in die Risikoklasse 1 eingeordnet werden. 

>> Das komplette Dokument (in englischer Sprache) finden Sie hier 

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