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Nachhaltigkeits-Rating neu aufgezogen: Morningstar will die Qualität seiner Fonds-Bewertung verbessern

Nachhaltigkeits-Rating neu aufgezogen Morningstar will die Qualität seiner Fonds-Bewertung verbessern

Morningstar hat in seinem 2016 gestarteten Nachhaltigkeits-Rating einige Neuerungen vorgenommen. Mit dem frisch überarbeiteten Werkzeug sollen Anleger besser einschätzen können, wie gut ein Fonds den Herausforderungen gewachsen ist, die sich aus dem ESG-Dreiklang „Umwelt“, „Soziales“ und „Governance“ (ESG) ergeben. Außerdem seien nun Einschätzungen zu Fonds über einen längeren Zeithorizont möglich.

Das Fonds-Rating von Morningstar basiert auf den Noten der Nachhatigkeits-Rating-Agentur Sustainalytics, die direkt auf den einzelnen Unternehmen im Portfolio aufsetzen. So weit, so bekannt. Eine von insgesamt vier Neuerungen betrifft nun die historische Entwicklung der sogenannten Sustainability Scores, gewissermaßen die Schulnoten in Sachen Nachhaltigkeit.

Morningstar sagt, man sei nunmehr in der Lage, diese im eigenen Nachhaltigkeits-Rating darstellen zu können. Der damit verbundene langfristige Blick in die Vergangenheit ist doppelt gut: Er sorgt für die Erfassung der Langfristbilanz eines Fonds, außerdem führt er in der Bewertung zu einer Glättung der Ergebnisse.

Schwellenwert deutlich angehoben

Eine weitere Veränderung, die zu aussagekräftigeren Ratings führen soll, betrifft die Schwelle, ab der Morningstar einen Nachhaltigkeits-Score für einen Fonds abgibt. Diese wurde von 50 auf 67 Prozent erhöht. Das bedeutet: Mindestens 67 Prozent der in einem Portfolio verwalteten Vermögenswerte müssen bereits auf Unternehmensebene über eine Nachhaltigkeits-Einstufung verfügen. Andernfalls wird für das Portfolio kein ESG-Rating mehr vergeben. 

Bessere Vergleichbarkeit angestrebt

Novum Nummer drei: Die Ratings werden ab sofort anhand der globalen Kategorien und nicht mehr mit dem Bezugspunkt der Morningstar-Kategorien vergeben. Was recht komplex klingt, heißt nichts anderes als dass der Bezugspunkt, den Morningstar für die Vergabe seines Nachhaltigkeits-Ratings nutzt, nunmehr das Morningstar Global Category System ist und nicht mehr das Morningstar Category System. 

Der Unterschied liegt im Detail: Nach der ursprünglichen Methodik wurden die Ratings auf der Ebene der Morningstar-Kategorien vergeben. Für ein Portfolio-basiertes Rating hätten sich die Morningstar-Kategorien jedoch als zu granular herausgestellt. Denn das Morningstar-Kategoriensystem reflektiere teilweise eine Gruppierung von Fonds nach ihrer Verfügbarkeit in einem bestimmten Markt, in einigen Fällen hänge die Zugehörigkeit von der Basiswährung der Fonds ab. Dies führte in einigen Fällen zu sehr kleinen Vergleichsgruppen mit Blick auf das Rating von Sustainability. Und gerade das will Morningstar vermeiden. 

Morningstar setzt die Hürden nach oben

Schlussendlich erhöht Morningstar mit seiner renovierten Nachhaltigkeitsanalyse das Minimum an Fonds für die Vergabe von Ratings auf Kategorie-Ebene auf 30. Soll heißen: Damit ein Fonds überhaupt erst die Gelegenheit hat, ein Nachhaltigkeits-Rating zu erhalten, müssen in der relevanten Morningstar Global Category mindestens 30 Fonds drin sein, die über historische Angaben in Sachen Nachhaltigkeit verfügen. 

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