Themen
TopThemen
Fonds
Fondsvergleich Märkte Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender

Themen-Experte
Flexibel in jeder Marktlage

Themen-Experte
Flexibel in jeder Marktlage

Aufbau einer neuen Eisenbahn-Infrastruktur in Beliatta, Sri Lanka: Über viele der geplanten Modellprojekte der Seidenstraßen-Initiative ist im Westen noch fast nichts bekannt.  | © Getty Images

Neue Seidenstraße

Die Kapitalflüsse sind zehn Mal so groß wie der Marshallplan

Die Belt and Road Initiative (BRI) ist darauf angelegt, die am Projekt beteiligten Länder in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen. Analysten zufolge entspricht das Programm dem Zehnfachen der Hilfe des Marshall-Plans, der Wirtschaftshilfe der USA zum Wiederaufbau der westeuropäischen Volkswirtschaften nach dem Zweiten Weltkrieg. Rund 80 Länder in Asien, Europa und Afrika sind in die Belt and Road Initiative eingebunden. Auf diese Volkswirtschaften entfallen fast 36 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts, 41 Prozent des Handels und 68 Prozent der Weltbevölkerung, zeigen aktuelle Studien von Invesco.

Aufgrund dieser gewaltigen Zahlen liegt eine Verbesserung der konjunkturellen Entwicklung in den betreffenden Partnerländern in drei verschiedenen Bereichen nahe:

Zunächst ist ein weiteres starkes Wachstum des von Peking von 2014 bis 2018 investierten Kapitals in Höhe von rund 410 Milliarden US-Dollar zu erwarten. Außerdem ist die Auslandsnachfrage stark gewachsen: Im laufenden Jahr werden zusätzliche Exporte nach China in Höhe von 61 Milliarden US-Dollar erwartet – auf der Seidenstraße läuft der Verkehr folglich in beide Richtungen, nicht nur von Ost nach West, wie Xi Jinping bei seinem Besuch in Italien im März 2019 bekräftigte. Und drittens: Die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Länder wird sowohl durch niedrigere Transaktions-/Transportkosten als auch durch deutlich höhere Transportgeschwindigkeiten verbessert. Kurz gesagt: Die in die Neue Seidenstraße eingebundenen Volkswirtschaften Osteuropas und der ASEAN-Staaten werden die besten Voraussetzungen haben, um von diesen Innovationen zu profitieren.

China hat sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft

In China selber wurden zuletzt auch erhebliche Fortschritte bei der Liberalisierung der Finanzmärkte erzielt. Das ist zum einen ein Ergebnis der BRI-Initiative und zum anderen der Internationalisierung des RMB, der chinesischen Währung, geschuldet. Die erhöhte Stabilität der Währung hängt nicht zuletzt mit ihrem zunehmenden weltweiten Gebrauch zusammen.

Investitionen in ein Land wie China werden sich mittel- und langfristig vervielfachen: Wir glauben, dass die BRI-Initiative beispielsweise dazu beitragen könnte, das Wohlstandsgefälle zwischen den Provinzen Chinas zu verringern. Es ist fast in Vergessenheit geraten, dass die Wirtschaftsreformen von 1978 zwar zur Entwicklung der Küstenregionen beigetragen haben, aber auch zu großen Ungleichheiten und Ungleichgewichten auf regionaler Ebene führen. Deshalb ist anzunehmen, dass China sein gesamtes Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat.

In diesem Zusammenhang einige Zahlen: Das Pro-Kopf-Einkommen in Shanghai, Tianjin und Jiangsu liegt bei rund RMB 100.000 (rund 15.000 US-Dollar, ähnlich wie in Chile), während es in annähernd der Hälfte der Provinzen des Landes, nämlich in 15 von 31, unter RMB 50.000 (7.400 US-Dollar, ähnlich wie in Bulgarien und niedriger als in Kasachstan – ein weiteres Land mit großem Potenzial) liegt.

Mehr nachhaltige Entwicklung, basierend auf gezielten Investitionen in die Infrastruktur, bedeutet eine Verbesserung der Rahmenbedingungen des Landes – und damit für Investoren mehr Sicherheit bei Anlagen in diesem Bereich.

nach oben