Peter E. Huber geht in den Ruhestand „Gehen Sie jetzt unter die Rosenzüchter, Herr Huber?“

Starcapital-Gründer Peter E. Huber | © Starcapital

Starcapital-Gründer Peter E. Huber Foto: Starcapital

DAS INVESTMENT: Herr Huber, Sie sind einer der wenigen, die wir bei DAS INVESTMENT konsequent mit dem abgekürzten zweiten Vornamen geschrieben haben. Wofür steht das E. eigentlich?

Peter E. Huber: Für Edgar. Das war der Vorname meines Vaters. Weil Huber und Peter nicht gerade originell klingen, hatte ich das E hinzugefügt. Max H. Müller klingt ja auch besser als nur Max Müller (lacht).

Nicht jeder Fondsmanager geht in Rente. Andere arbeiten bis zum bitteren Ende.

Huber: Warum sollte ich?

Leidenschaft, Berufung, mangelnde Alternativen.

Huber: An Alternativen mangelt es mir nicht. Die Börse ist nach wie vor meine Leidenschaft, und ich habe genug zusammengespart, um nun mein eigenes Vermögen verwalten zu können.

Gehen Sie auch unter die Rosenzüchter?

Huber: Nein, das eher nicht. Für Gartenarbeit bin ich nicht so geschaffen. Ich habe seit vielen Jahren eine gemeinnützige Stiftung. Da will ich mich stärker um die Projekte kümmern. Außerdem habe ich angefangen, ein Buch über Börsenstrategien zu schreiben. Das stagniert aber seit drei Jahren bei Kapitel 13. Langweilig wird es also nicht.

Was für Projekte sind das bei Ihrer Stiftung?

Huber: Regionale. Wir finanzieren zum Beispiel eine Vollzeitstelle im Frauenhaus in Oberursel und unterstützen die Windrose. Das ist ein Verein für Familien-Flüchtlingshilfe, der Sprachkurse und solche Dinge anbietet. Ich bin der Meinung, dass Menschen, die hierherkommen, auch integriert werden sollten. Sonst spalten wir unsere Gesellschaft.

So richtig Rente geht irgendwie anders.

Huber: Nun ja, ich hatte zwar ein paar gesundheitliche Probleme. Aber meine Interessen sind nach wie vor vital. Nur vor dem Fernseher zu sitzen, ist nicht so mein Ding.

Wie oft schauen Sie dann noch in der Firma vorbei?

Huber: Ich habe alles mit meinem Nachfolger Manfred Schlumberger und den anderen so gut geregelt, dass die mich gar nicht mehr brauchen. Sie wollen ihre eigenen Ideen umsetzen, und das ist völlig in Ordnung so. Die Zukunft der Mitarbeiter ist gesichert, die Kunden werden gut betreut – mehr kann ich mir gar nicht wünschen.

Wie viel Huber steckt dann noch in Starcapital?

Huber: Ich habe versucht, meine Philosophie weiterzugeben. Ich bin ja überzeugter Antizykliker, das ist aber nicht bei allen Kollegen die bevorzugte Strategie. Ich nutze schwache Kurse, um Positionen aufzubauen, auch wenn es vielleicht nicht die Tiefstkurse sind. Ich habe mich nie um kurzfristige Trends gekümmert, weil ich die eh nicht vorhersagen kann. Stattdessen ging es mir darum, wo wir in den kommenden zehn Jahren am besten Geld verdienen können. Manfred Schlumberger ist etwas kurzfristiger und mehr auf Qualitätsaktien orientiert und Markus Kaiser ist Trendfolger. Ich kann ihnen nicht einfach meine Philosophie aufdrücken. Sie brauchen schon ihren eigenen Spielraum.