Pioneer-Manager rät zu Anlagen in Russland und der Türkei

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Als Grund dafür nennt Fiejka die mäßige weltweite wirtschaftliche Erholung mit weiterhin niedrigen Zinsen und einen schwachen US-Dollar. „Das macht Aktien aus diesen Anlageregionen noch attraktiver, weil deren Volkswirtschaften weniger exportabhängig sind und das Wirtschaftswachstum stärker vom Binnenkonsum und von Investitionen angetrieben wird“, erklärt Fiejka. Darüber hinaus geben die freien Wechselkurse den dortigen Regierungen und Zentralbanken ein umfangreiches Instrumentarium an die Hand, auch negative weltwirtschaftliche Einflüsse bekämpfen zu können.
 
Besonderes Augenmerk richtet Fiejka auf die Türkei und Russland. Zukünftig sei sogar eine Heraufstufung der Türkei auf „Investment Grade“ wahrscheinlich. „Ein Investment Grade dürfte der türkischen Wirtschaft weitere starke Impulse geben“, so der Fondsmanager. Türkei profitiert vom Binnenkonsum „Nicht zuletzt dadurch verfügt die Türkei mittel- und langfristig über sehr positive Aussichten“, so Fiejka. Eine wichtige Säule des wirtschaftlichen Erfolgs sei der Binnenkonsum. Der ermittelte Wert für das Verbrauchervertrauen habe sich kontinuierlich verbessert und kletterte von 68,9 im November 2008 auf 93,5 im April dieses Jahres. Auch habe sich die türkische Bonität verbessert – so notieren die entsprechenden Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) ganz deutlich unter den Niveaus vom November 2008.  „Dies zeigt besonders eindrucksvoll die veränderte Risikowahrnehmung zwischen Industriestaaten, vor allem den so genannten PIIGS-Staaten, und Schwellenländern wie der Türkei“, erklärt Fiejka, der aktuell rund 13 Prozent seines Portfolios in der Türkei investiert hat. Allerdings warnt der Investmentexperte auch, dass das wachsende türkische Leistungsbilanzdefizit und die weitere Entwicklung des in Teilen kreditfinanzierten Konsums genau beobachtet werden müssten. Russland überzeugt durch günstige Aktien Für die Anlageregion Russland spricht aus Sicht von Fiejka die günstige Bewertung der Aktien. So lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit 6,1 per Ende Juni 2011 deutlich unter dem Durchschnitt der ‚schwellenmärkte mit 10,4 beziehungsweise der entwickelten Märkte mit 11,5. Interessant seien hier vor allem der Konsum-, Industrie- und Energiesektor. So dürfte Russland als Land mit den größten Öl- und Gas-Reserven vom Aufstand in Libyen sowie den Unruhen in anderen Ländern des Nahen Ostens profitieren. Zudem erwartet Fiejka, dass in Russland im zweiten Halbjahr die Unternehmen höhere Preise durchsetzen können, die allgemeine Inflation wieder nachlässt und die Löhne und Pensionen der staatlichen Angestellten im Vorfeld der Duma-Wahlen im Dezember steigen. „All das sollte dem Konsum in Russland wieder Impulse verleihen“, sagt der Fondsmanager, der mit rund 60 Prozent seines Portfolios in Russland investiert ist. Zur Person:
Insgesamt verwaltet Marcin Fiejka im Pioneer Funds – Emerging Europe and Mediterranean Equity zirka 915 Millionen Euro. Morningstar bewertet den Aktienfonds, der 2000 aufgelegt wurde, mit vier Sternen.

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