Populäre Investmentirrtümer: „Buy & Hold zahlt sich langfristig immer aus“

Philipp Magenheimer, Fondsmanager von Wave Management

Philipp Magenheimer, Fondsmanager von Wave Management

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Beginnen wollen wir mit dem Irrglauben, dass Aktien langfristig immer eine überdurchschnittliche, positive Wertentwicklung erzielen. Der vielzitierte Ausspruch des Börsengurus André Kostolany „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich“ klingt dabei vielen Anlegern in den Ohren und hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich dieser Mythos hartnäckig hält.


Börsenguru André Kostolany

Bei einer genaueren Betrachtung stellt man jedoch fest, dass die „Aktien kaufen und schlafen legen“-Methode nur in einer sehr überschaubaren Anzahl von Marktphasen Erfolg gehabt hätte. Nimmt man den US-amerikanischen Dow Jones Index stellvertretend für den Aktienmarkt, stellt man zweifelsohne fest, dass dieser in seiner über 100-jährigen Historie eine imposante Wertentwicklung vollzogen hat.

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Dieses beliebte Beispiel ist jedoch gleich mit zahlreichen Schönheitsfehlern behaftet. Entscheidend bei dieser Betrachtung ist nämlich das „Wann“. Denn ursächlich für die Wertentwicklung ist oftmals ein relativ kurzer Zeitraum von nicht einmal 15 Jahren, welcher sich beispielsweise von Anfang der 1980er Jahre bis Ende der 1990er Jahre erstreckt. Und genau in diesen Zeitraum fällt auch das besagte Kostolany-Zitat.

Waren Anleger in diesem entscheidenden Zeitraum jedoch nicht investiert, sähe die Performance deutlich anders aus. Vor allem wenn man die Turbulenzen der letzten 13 Jahre bedenkt. Überhaupt geben sich Anleger der Illusion hin, sie hätten zum Auflagezeitpunkt des Index einen geringen Betrag investiert und könnten sich nun über ansehnliche Gewinne freuen.