Augen auf beim Aktienkauf Qualität zahlt sich aus – aber nicht immer

Sie sind an der Börse der Trend der vergangenen zehn Jahre (oder mehr): Sogenannte Qualitätsaktien. Das sind Unternehmen mit besonders starken Bilanzen, Wachstumsraten und Positionen im Markt. Im Aktienindex MSCI World Quality stehen derzeit Apple, Microsoft und Visa auf den Plätzen 1 bis 3.

Aber ob dieser Ansatz auch was bringt? Nun ja, es kommt eben darauf an, wie viel man für die Qualität bezahlt. Das ermittelte zumindest Maximilian Kunz, Senior-Analyst bei HQ Trust. Der am Markt bereits seit Jahren etablierte, spezielle Ansatz „Growth at a reasonable price“ („Wachstum zum vernünftigen Preis“) trägt seiner Erkenntnis Rechnung.

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Kunz nahm sich den Aktienindex MSCI Quality Factor, der das globale Aktienuniversum nach Bilanzqualität ordnet. Die zeigt sich an hohen Eigenkapitalrenditen, stabilem Gewinnwachstum und geringem Verschuldungsgrad. Die Aktien teilte Kunz nach ihrer Cashflow-Rendite in fünf Bewertungsquintile ein: Die 20 Prozent günstigsten Qualitätsaktien befinden sich in Quintil 1, die teuersten in Quintil 5. Die Analyse umfasst den Zeitraum von Januar 2008 bis November 2020.

Kunz‘ Erkenntnisse im Überblick:

  • Je günstiger die Aktien, desto besser entwickelten sie sich im Schnitt
  • Die günstigen Aktien aus Quintil 1 brachten seit 2008 Anlegern ein Plus von 12,8 Prozent im Jahr, bereits Quintil 3 lag mit 10,0 Prozent pro Jahr deutlich darunter
  • Die teuersten Qualitätstitel schnitten mit 6,8 Prozent am schlechtesten ab
  • Im Jahr der Börsenriesen, 2020, war es aber andersherum und die teuersten Qualitätsaktien liefen besser als die günstigen
  • Quintil 5 kam 2020 auf ein Plus von 18,7 Prozent und ausgerechnet die günstigsten Aktien liefen mit minus 6,9 Prozent am schlechtesten

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