Reaktionen auf Wahlklatsche „Deutschland ist über Nacht weniger berechenbar geworden“

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Martin Moryson, Chefvolkswirt bei Sal. Oppenheim, kommentiert das starke Abschneiden der AfD und die Herausforderungen für die künftige Regierungskoalition folgendermaßen:

„Für das stabilitätsorientierte Deutschland ist es ein schlechtes Zeichen, dass sich fast jeder siebte Wähler für die AfD entschieden hat und mehr als jeder vierte radikal wählt. Deutschland erschien immer noch als Fels in der Brandung des Populismus. Dieser Fels hat nun deutliche Risse bekommen. Das sehr starke Abschneiden der AfD schwächt Merkels Position, weil sich der rechte Flügel in der CDU mit seiner Kritik an der Bundeskanzlerin bestärkt sehen dürfte. Zudem wird auch Merkel nicht mehr als das Bollwerk gegen Populismus gesehen.

Wir gehen davon aus, dass es zu einer Jamaika-Koalition kommen wird, denn alle drei beteiligten Parteien sind ‚staatstragend‘ genug, um sich einer Koalition letztlich nicht zu verweigern. Es bleibt zu hoffen, dass die Koalitionsregierung es schafft, die wichtigen Zukunftsfragen beherzt anzugehen. Sollte Deutschland beim Thema ‚Europas Zukunft‘ nicht mit einer klaren Agenda auftreten, könnte das die nächsten notwendigen Schritte, um die EWU krisenfester zu machen, deutlich verlangsamen.“

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