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GDV-Zahlen Rechtsschutz: So teuer ist der Diesel-Skandal für Versicherer

Auto-Klassiker
Auto-Klassiker: Die Kosten der Diesel-Klagen für Versicherer steigen stetig. | Foto: Pexels / Shukhrat Umarov

Seit Bekanntwerden des Diesel-Skandals haben rund 380.000 betroffene Fahrzeugbesitzer ihren Rechtsschutzversicherer für eine Klage in Anspruch genommen. Zu diesem Ergebnis kommt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Seit er im Mai dieses Jahres zum letzten Mal zählte, kamen etwa 26.000 Fälle hinzu. Das Schadenvolumen liege mittlerweile bei rund 1,21 Milliarden Euro.

In dieser Gesamtsumme sind auch Rückstellungen enthalten. Allerdings macht der GDV zu diesen Posten keine genauen Angaben. Soweit die Diesel-Klagen aus Kundensicht erfolgreich verliefen, würden diese Reserven jedoch wieder aufgelöst.

Die Kosten der Diesel-Klagen für Rechtsschutzversicherer steigen

Den Streitwert der über die Rechtsschutzversicherer abgewickelten Diesel-Klagen beziffert der GDV auf 9,8 Milliarden Euro. Das sind 800.000 Euro mehr als im Mai. Der durchschnittliche Streitwert pro Klage liegt bei 26.000 Euro. Zu Beginn des Diesel-Skandals waren es nach Verbandsangaben 22.500 Euro. Als Grund für diesen Anstieg gilt, dass „zunehmend höherpreisige Fahrzeuge und Premiumhersteller“ betroffen seien. GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen sagt, dass der Diesel-Skandal „das teuerste Schadenereignis in der Rechtsschutz-Versicherung überhaupt“ sei.

Diesel-Skandal: Wer hat Anspruch auf Schadenersatz?

Schadensersatz fordern können alle Verbraucher, deren Diesel-Fahrzeug vom Abgasskandal betroffen ist. Darunter fallen Marken wie Mercedes, VW, Audi, Seat, Skoda, Porsche, BMW oder Opel. Auch viele Wohnmobile gehören dazu, unter anderem solche auf Basis des Fiat Ducato.

Halter der manipulierten Autos von VW, Audi, Porsche und Mercedes können den Kaufpreis gegen Rückgabe des manipulierten Fahrzeugs erstattet bekommen. Sie müssen sich jedoch den Abzug einer Gebühr für die mit dem Wagen gefahrenen Kilo­meter gefallen lassen.

Welche Langzeitfolgen hat der Diesel-Skandal?

Einige Experten befürchten, dass die Langlebigkeit der Fahrzeuge unter den Folgen der Software-Updates leiden wird. Hinzu kommen natürlich auch die Fahrverbote. Selbst Maßnahmen gegen Euro-6-Diesel sind für die Zukunft nicht komplett ausgeschlossen. Entsprechend sinkt der Wert der Fahrzeuge. Und wer will schon ein Auto kaufen, das nicht überall gefahren werden kann?

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