Schwellenländeranleihen in Hartwährung Danske Invest favorisiert Argentinien, die Mongolei und Georgien

Fondsmanager Bent Lystbæk von Danske Invest: „Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Anlageklasse wurde unlängst eliminiert.“ | © Danske Invest

Fondsmanager Bent Lystbæk von Danske Invest: „Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Anlageklasse wurde unlängst eliminiert.“ Foto: Danske Invest

Nicht nur die Aktienmärkte hatten 2018 ein hartes Jahr. Schwellenländeranleihen in Hartwährung verzeichneten in Euro gerechnet einen Rückgang um 7,2 Prozent. Aber nach einem starken Start in 2019 haben sie den Großteil ihrer Wertkorrektur bereits jetzt wieder aufgeholt. Nicht nur deswegen sehen wir bei Schwellenländeranleihen weiterhin interessante Renditemöglichkeiten.

Drei Faktoren sprechen aktuell für die Anlageklasse

Nachdem die US-Notenbank signalisiert hat, dass es dieses Jahr keine weiteren Zinsanhebungen geben wird, wurde ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Anlageklasse eliminiert. Übrig bleiben insbesondere drei Faktoren, die unserer Ansicht nach die Marktentwicklung stark beeinflussen können:

  1. Wachstumsunterschied: Die Wachstumsdifferenz zwischen den Schwellenländern und den Industriestaaten ist vermutlich der Einzelfaktor, der die größte Bedeutung für das Anlegerinteresse an den Schwellenländern bewirkt. Hier besteht die allgemeine Erwartung, dass sich der Vorteil 2019 zugunsten der Schwellenländer ausweiten wird.
  2. Handelskrieg: Trotz der Eskalation des Konflikts zwischen den USA und China erwarten wir ein Handelsabkommen, mit dem beide Seiten leben können und das auch den Rest der Welt zufriedenstellt. Es besteht aber kein Zweifel, dass der Markt aktuell ein Risiko sieht, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten, so dass der Konflikt weiter bestehen bleibt und zulasten der globalen Wachstumsaussichten und der Stimmung an den Finanzmärkten noch länger andauert.
  3. Globales Wachstum: Die Angst vor einer Rezession schickte die Kurse von Schwellenländeranleihen Ende 2018 auf Talfahrt. Doch trotz einer Phase mit schwachen Konjunkturdaten in Europa und China und der Tatsache, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China das Wachstum abschwächen wird, erwarten wir für 2019 insgesamt dennoch eine solide globale Konjunkturentwicklung. Doch Fakt ist auch: Das Risiko für negative Überraschungen ist gestiegen.

Falls der Handelskonflikt zwischen den USA und China nicht weiter eskaliert, sind die Aussichten für Schwellenländeranleihen unseres Erachtens nach somit insgesamt positiv.

Unsere Favoriten

In unserem Fonds, dem Danske Invest SICAV Emerging Markets Debt Hard Currency, haben wir aktuell die stärkste Übergewichtung auf Argentinien, der Mongolei und Georgien. Dies hat folgende Gründe:

Argentiniens großes verstecktes Potenzial

Argentinien besitzt eine überdurchschnittlich ausgebildete Bevölkerung, eine gut entwickelte Infrastruktur, einen großen Industriesektor, unzählige fruchtbare landwirtschaftliche Nutzflächen und reiche Öl-, Gas- und Mineralienvorkommen. Das große Potenzial des Landes wartet nur darauf, unter den richtigen politischen Rahmenbedingungen gehoben zu werden. Nach Jahrzehnten mit einer schlechten Wirtschaftspolitik mussten die Peronisten Ende 2015 dem neuen Präsidenten Mauricio Macri und seiner reformorientierten Regierungskoalition das Feld überlassen.

2018 geriet die monumentale Aufgabe der Neuausrichtung der argentinischen Wirtschaft jedoch ins Stocken und hatte das größte IWF-Hilfspaket der Weltgeschichte in Höhe von 57 Milliarden US-Dollar zur Folge. Die schlechte wirtschaftliche Situation hat sich zwar noch nicht grundlegend gebessert. Wir haben aber trotzdem eine Übergewichtung in argentinischen Anleihen. Unsere Gründe: Die Risikoprämie ist hoch und wir sind zuversichtlich, dass das Wahlergebnis im Oktober dafür sorgt, dass Argentinien nicht zu seinen früheren wirtschaftspolitischen Fehlern zurückkehrt, sondern unter der Leitung von Präsident Macris aktueller Regierungskoalition oder einer neuen moderaten peronistischen Regierung einen wirtschaftlich vernünftigeren Weg einschlägt.

Die Mongolei kann großem Wohlstand entgegengehen

Die Mongolei ist zwar eine kleine Volkswirtschaft, jedoch ausgestattet mit unglaublich reichen Vorkommen an Kohle, Kupfer, Gold und anderen Mineralien. Der Wert dieser Bodenschätze ist über hundert Mal größer als das Bruttoinlandsprodukt des Landes. Um diese Ressourcen auszunutzen, wurden sehr große Investitionsvorhaben ins Leben gerufen, die die Wirtschaft letztlich maßgeblich verändern und dem Land zu großem Wohlstand verhelfen können. In der Übergangsphase, die mit hohem Investitionsbedarf verbunden ist, profitiert das Land von Finanzspritzen des IWF, der Weltbank und den Regierungen in China, Japan und Südkorea.

Georgien hat bedeutende Fortschritte gemacht

In Georgien werden in einem imponierenden Tempo strukturelle Wirtschaftsreformen durchgeführt, so dass das Land nun den sechsten Platz auf der „Ease of doing business“-Rangliste der Weltbank einnimmt. Das bedeutet, dass Georgien auf Position sechs der geschäftsfreundlichsten Länder der Welt geführt wird. Nur Neuseeland, Singapur, Dänemark, Hongkong und Korea liegen noch weiter vorne.

Das hat umfangreiche Direktinvestitionen aus dem Ausland angezogen. Sie haben dazu beigetragen, die Wirtschaft in Gang zu bringen. Gleichzeitig boomt die Tourismusindustrie und das Land hat sich zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt in der Region gemausert. Diese Entwicklung geht am Anleihenmarkt nicht spurlos vorüber, wo Staatsanleihen jetzt so teuer geworden sind, dass wir sie nicht mehr als interessant erachten. Im Gegensatz dazu sehen wir erhebliches Wertpotenzial bei Anleihen, die von einigen staatlichen oder privaten Unternehmen emittiert wurden.