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Serie Fondsperlen So bekommen Invesco-Manager Thorsten Paarmann und Michael Fraikin die Volatitlität in den Griff

Thorsten Paarmann, Co-Manager des Absolute-Return-Fonds Invesco Global Structured Equity
Thorsten Paarmann, Co-Manager des Absolute-Return-Fonds Invesco Global Structured Equity
Viele Anleger haben ein Problem: Sie sind einfach zu prozyklisch. „Die Leute kaufen, nachdem der Markt gestiegen ist, und verkaufen, wenn er wieder fällt“, erklärt Thorsten Paarmann und ergänzt: „Wenn ein Anleger weiß, dass sein Timing schlecht ist, dann sollte er langfristig investieren. So kann er ruhiger schlafen. “ Der Fondsmanager der amerikanischen Investmentgesellschaft Invesco weiß, wovon er spricht. Zusammen mit Michael Fraikin managt er von Frankfurt aus den Invesco Global Structured Equity Fund. Dessen Ziel besteht nicht nur darin, auf lange Sicht den Weltaktienindex zu schlagen – der Anteilspreis soll dabei auch niedrigere Schwankungen aufweisen als der MSCI World. „Wir nennen das Low-Volatility-Portfolio“, sagt Paarmann. Dafür sucht er mit Fraikin nach Aktien, die für ein möglichst stabiles Portfolio sorgen. Erste Wahl sind Unternehmen, die stetig ihre Gewinne steigern, niedrig bewertet sind, einen begrenzten Verschuldungsgrad haben und deren Manager langfristig orientiert arbeiten. Als Spielwiese steht Paarmann und Fraikin das Universum der gängigen Indizes – also ungefähr 3.000 Aktien – zur Verfügung. Um schließlich die 100 besten Werte mit einem marktunterdurchschnittlichen Risiko zu finden, setzen sie auf eine systematische Datenanalyse. Über eine Datenbank werten sie täglich aus, welche Aktien groß und liquide genug sind, um ihre Kriterien zu erfüllen. Den Vorteil dieser Strategie beschreibt Paarmann so: „Im Gegensatz zum fundamentalen Manager, der sich einzelne Aktien händisch anguckt, sehen wir die Aktie im Gesamtzusammenhang. So sind wir bei unserer Auswahl wesentlich nüchterner und finden abseits der Hauptstraße viele interessante Sachen, die andere gar nicht sehen.“ Wenn die Fondsmanager sich für einen Wert entschieden haben, achten sie darauf, dass keine Aktie mehr als 2 Prozent Gewicht im Portfolio bekommt. „Das ist wichtig, um Klumpenrisiken zu vermeiden“, erklärt Paarmann. Da sie bei Währungen keinen strategischen Zusatzbeitrag sehen, neutralisieren sie zudem das Währungsrisiko über ein Termingeschäft. Schwerpunkte des Fonds Bei ihrer Analyse beschränken sich die Invesco-Manager nicht nur auf defensive Aktien. Die Auswahl treffen sie mit Blick auf die Portfolio-Ebene. So hatte es zum Beispiel der Windkraftbetreiber Vestasin den Fonds geschafft, der eigentlich eher zu den volatileren Werten gehört. „Aber“, so Paarmann, „die Fundamentaldaten stimmten, und die Eigenschaften der Aktie passten zum gesamten Portfolio.“ Im Fonds sind vor allem nicht-zyklische Werte, also Unternehmen, deren Produkte von der Konjunktur größtenteils unabhängig sind. Dazu zählen der Diabetes-Vorsorge-Spezialist Novo Nordisk und die Telekomunternehmen BT und Deutsche Telekom. Regional stellen derzeit Aktien aus Nordeuropa einen Schwerpunkt. Paarmann: „Diese schwanken weniger als Werte aus Südeuropa, bei denen wir für das gleiche Ertragspotenzial mehr Volatilität eingehen müssten.“
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