S&K-Skandal: Weiterer Anleger bekommt Vollstreckungs-Titel

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Die Anwaltskanzleiplattform PIA (Protect-Invest-Alliance) hat den  Vollstreckungstitel für einen von der S&K geprellten Anleger erwirkt. Das Frankfurter Amtsgericht hat einen so genannten dinglichen Arrest zugunsten des PIA-Mandanten gegen die Hauptverantwortlichen der S&K-Gruppe erlassen. Somit kann der Anleger, der Geld in einen geschlossenen Immobilienfonds der Frankfurter Gruppe steckte, in das von der Staatsanwaltschaft sichergestellte Vermögen von Stephan Schäfer und Jonas Köller hinein vollstrecken.

Laut PIA folgten die Richter der Auffassung, „dass die Hauptverantwortlichen der S&K-Gruppe, Jonas Köller und Stephan Schäfer, dringend verdächtig sind, einen Kapitalanlagebetrug zum Nachteil des Anlegers verwirklicht zu haben". Zudem habe das Gericht bei dem fraglichen Fonds Prospektfehler bestätigt, "die im Hauptsacheverfahren von Bedeutung sein können". Das ist nicht der erste Titel, der im S&K-Skandal erlassen wurde. Bereits Ende Juli erwirkte ein betrogener S&K-Anleger beim Amtsgericht München eine Pfändung eines Teils des Privatvermögens vom S&K-Chef Jonas Köller.

Wie hoch das sichergestellte Vermögen der beiden mutmaßlichen Immobilienbetrüger genau ist, ist derzeit noch unklar. Allerdings veröffentlichte die Frankfurter Staatsanwaltschaft kürzlich im Bundesanzeiger auf 49 Seiten eine vorläufige Liste mit Vermögenswerten, welche im Zuge der Großrazzia am 19. Februar 2013 bei S&K und verbundenen Unternehmen beschlagnahmt worden waren. Diese enthält neben Grundstücken und Geldbeträgen auch Luxusautos, Rolex-Uhren und Goldbarren.

Unterdessen könnte sich der S&K-Prozess in die Länge ziehen. Denn einer der beiden Hauptverantwortlichen, Stephan Schäfer, sprang vor kurzem aus dem Fenster im Gerichtsgebäude und verletzte sich schwer. Über seinen Gesundheitszustand ist derzeit nichts bekannt. 

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