Klaus Dahmann, verantwortlich für das Deutschlandgeschäft der Fondsgesellschaft Legg Mason

Klaus Dahmann, verantwortlich für das Deutschlandgeschäft der Fondsgesellschaft Legg Mason

Studie enthüllt ungewohnte Seiten von Anlegern

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„Das ist schon ein dramatisch hoher Wert“, sagt Klaus Dahmann, verantwortlich für das Deutschlandgeschäft der Fondsgesellschaft Legg Mason. Was er meint? Die Vorliebe deutscher Investoren für Immobilien, allerdings vermietete. Drei von vier Anlegern halten es für einen guten Zeitpunkt, jetzt ein solches Objekt zu kaufen. Allerdings wollen lediglich 19 Prozent in den kommenden zwölf Monaten auch konkret zuschlagen.

Das alles steht in einer aktuellen von Legg Mason in Auftrag gegebenen Studie des internationalen Markt- und Meinungsforschungsinstituts Northstar. Das Institut hat rund 3.000 Investoren zwischen 40 und 75 Jahren mit einem Anlagevermögen von mehr als 150.000 Euro zu ihrem Anlageverhalten in 13 Ländern befragt – darunter auch 200 deutsche Anleger. Insbesondere geht es um das so genannte Income-Investing, bei dem Anleger auf stetige, stabile Erträge aus sind.

In Bezug auf Aktien offenbaren die Deutschen einmal mehr einen Zwiespalt, oder auch einen Kopf-Bauch-Widerspruch, wie Klaus Dahmann es nennt. Einerseits halten es 59 Prozent der Befragten für die richtige Zeit, sich ein paar Aktien zu kaufen. Das sagt ihnen der Kopf. Bei 33 Prozent stehen sie allerdings tatsächlich auf der Einkaufsliste. Da ist das noch immer mulmige Bauchgefühl. „Hier bestätigt sich wieder die deutsche Angst vor Aktien“, meint Dahmann.

Es gar nicht um niedrige Risiken

Eher ungewöhnlich ist, welche Ziele die Deutschen mit ihren Income-Anlagen verfolgen. Lediglich 24 Prozent sind darauf aus, ihre Risiken zu senken. 14 Prozent wollen Kursschwankungen von Aktien gering halten. Ist die Investmentbranche mit ihren risikosenkenden Total-Return-Produkten in die falsche Richtung gelaufen? Das will Dahmann nicht gleich annehmen. „Vielleicht haben es die Deutschen auch gar nicht nötig, auf Kursschwankungen zu achten, sie haben ja gar nicht so viele Aktien.“ Allerdings streitet er auch nicht ab, dass die Antworten für die gute alte Long-only-Dividendenstrategie sprechen.

Die beiden wichtigsten Anlageziele sind übrigens Vermögensschutz (60 Prozent) und Vermögenszuwachs (58 Prozent).

Wer mag wen?

Insgesamt lässt sich feststellen, dass Europa bei den Befragten durchweg eine beliebte Anlageregion ist (siehe Tabelle). Allerdings hat Dahmann einige interessante Beziehungen festgestellt. „Es bestätigen sich einige allgemeine kulturelle Klischees darüber, wer wen mag, und wer nicht“, sagt er. So mögen beispielsweise französische Anleger keine britischen Anlagen und umgekehrt. Die Amerikaner investieren dagegen sehr wohl im Königreich, weniger in Russland. Und die Deutschen bevorzugen laut Dahmann die räumliche Nähe Europas und generell lieber Industrienationen als Schwellenländer. Na, immerhin haben sie – nämlich 63 Prozent – anscheinend begriffen, dass man für gute Geldanlagen auch ins Ausland muss.

Das ist doch schon was.

Und was nimmt Dahmann aus der Studie mit in seine Arbeit? Antwort: „Die Umfrage bestätigt die gestiegene Bereitschaft der Deutschen, künftig im Ausland anzulegen. Sie spricht dafür, die globalen Chancen zum Erzielen von Income stärker für Investoren zugänglich zu machen. Dazu zählen auch – aber nicht nur – globale Aktien-Income-Strategien.

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