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Will auch risikoscheue Anleger überzeugen können: Dividenden-Fondsmanager Thomas Schüßler, DWS | © DWS

Thomas Schüßler im Interview „Wir wollen die Nerven der Anleger schonen“

In den zurückliegenden Jahren schnitten Dividendenfonds schwächer als offensive Strategien ab. Wo liegen die Ursachen?

Thomas Schüßler: Der globale Aktienmarkt wurde in den vergangenen zwei Jahren vor allem von Wachstumstiteln vorangetrieben. Defensive, dividendenstarke Titel waren kaum gefragt und traten auf der Stelle. Doch das hat sich ab Spätsommer 2018 ein Stück weit geändert. Mit der Marktkorrektur ab Anfang Oktober rückten „Langweileraktien“ wieder vermehrt in den Fokus der Anleger, wovon die Anleger des DWS Top Dividende profitieren konnten.

Warum aber entwickelt sich Ihr Fonds schon seit längerem schwächer als etwa die Dividenden-Benchmark MSCI World High Dividend Yield?

Schüßler: Für uns ist es wichtig, die Nerven unserer Anleger möglichst weit zu schonen. Natürlich hat unsere konservative Anlagepolitik in bestimmten Marktphasen ihre Einschränkungen. So bleiben wir in stark steigenden Aktienmärkten meist hinter offensiv aufgestellten Dividendenfonds oder auch dem Dividendenindex von MSCI zurück. Das nehmen wir aber bewusst in Kauf. Denn die schöne Seite der Medaille ist, dass Anleger mit dem DWS Top Dividende in schwankungsintensiven Marktphasen oder fallenden Märkten, deutlich weniger verlieren. Dies war beispielsweise während der Finanzkrise oder dem Ölpreisverfall Ende 2015, Anfang 2016 zu beobachten. Unser Ziel ist es, langfristig, also über einen kompletten Marktzyklus hinweg, eine bessere risikoadjustierte Rendite zu erzielen, als dies am breiten Markt möglich ist.

Dann bleiben sie diesem Ansatz treu?

Schüßler: Ja, wir haben nicht vor, an diesem Konzept etwas zu verändern.

Nicht wenige Experten sagen, Deutsche hätten ein massives Renditeproblem und seien meist falsch investiert. Können Dividendenfonds Teil der Lösung sein?

Schüßler: Eindeutig ja. Nur gut jeder zehnte Deutsche ist in Aktien investiert. Damit ist Deutschland im internationalen Vergleich ganz klar auf den hinteren Rängen. Dividendenaktien können durchaus eine gute Möglichkeit sein, dem Niedrigzinsumfeld zu begegnen. Aber natürlich sind Dividendenpapiere Aktien von Unternehmen und somit nicht mit einer Anleihe eines Unternehmens gleichzusetzen. Neben dividendenstarken Aktien können aber auch andere Anlageklassen und -formen wie Immobilien oder Anleihen sinnvoll sein. Wichtig ist eine breite Streuung, um Klumpenrisiken zu reduzieren.

Ein vorsichtige Aktienstrategie ist aus Ihrer Sicht also besonders geeignet?

Schüßler: Ja, der DWS Top Dividende ist, wenn Sie so wollen, das Einsteigermodell für Anleger, die sich das erste Mal am Aktienmarkt engagieren, eine attraktive Ausschüttung beziehungsweise Wertentwicklung wünschen, ohne sich dabei gleich dem vollen Aktienmarktrisiko auszusetzen. Somit eignet sich die Strategie, vorbehaltlich der Geeignetheitsprüfung, hervorragend für den Vermögensaufbau und den realen Vermögenserhalt.

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