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Trendstudie: Junge Menschen wollen sich nicht entscheiden

Quelle: Pixelio
Quelle: Pixelio
Die Single-Gesellschaft ist nur ein Mythos, so das Kernergebnis des Trendmonitors, den das Meinungsforschungsunternehmen Zukunftsinstitut von Matthias Horx im Auftrag des Versicherers Heidelberger Leben erstellt hat. Denn neben dem Wunsch nach Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung spielen traditionelle Werte wie Partnerschaft und Familie nach wie vor eine große Rolle.

Unabhängigkeit, Familie, Freunde und Gesundheit: alles ist wichtig

89 Prozent der befragten 16- bis 35-Jährigen erachten „Unabhängigkeit, sein Leben selbst bestimmen zu können“, als besonders wichtig. „Spaß zu haben“ gaben 88 Prozent an.

Einzelgänger wollen die modernen jungen Leute aber trotzdem nicht sein: 89 Prozent ist es wichtig, „gute Freunde zu haben“, 84 Prozent „für die Familie da zu sein“ und 82 Prozent, „einen festen Partner zu haben“.

Materieller Wohlstand ist nicht entscheidend

„Klassische Lebensziele wie Familie und Freunde haben nichts von ihrer Bedeutung verloren", sagt Steinle. Materieller Wohlstand ist dagegen nicht so entscheidend: Nur 59 Prozent der Studienteilnehmer halten die Möglichkeit „sich viel leisten zu können“ für erstrebenswert.

Die höchste Priorität räumen junge Menschen indes der eigenen Gesundheit ein. 94 Prozent der weiblichen und 92 Prozent der männlichen Befragten gaben an, dass es für sie besonders wichtig sei, „gesund zu sein und sich körperlich wohl zu fühlen“. „Kein Wunder“, sagt Thomas Bahr, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Leben. Schließlich leben wir in einer Zeit des „Healthstyle“, in der körperliches Wohlbefinden als Statussymbol gilt.

„Wir haben es hier mit einer ‚Sowohl-Als-Auch-Generation’ zu tun, erklärt Steinle. Nur die wenigsten gaben an, keine eigene Familie gründen zu wollen – doch dabei wollen die meisten unabhängig sein. Einen tollen Job, bei dem sie erfolgreich sind und sich verwirklichen können, wollen sie auch. Dieser sollte aber noch genug Freizeit für soziale Kontakte übrig lassen. Was die jungen Menschen von heute nicht wollen, ist, sich für eine Alternative entscheiden zu müssen.

Altersarmut als größte Sorge

Risiken sieht die Mehrheit der jungen Menschen nur eingeschränkt. Dass sie ihren Beruf aufgrund einer Krankheit nicht mehr ausüben können, denken lediglich 18 Prozent. 28 Prozent halten es für wahrscheinlich, einmal für längere Zeit arbeitslos zu sein. Die größte Sorge stellt das Geld dar. Fast die Hälfte aller Befragten (43 Prozent) denkt, dass sie irgendwann, zum Beispiel im Alter, finanzielle Probleme haben könnte.

Honorarberatung wird wichtiger

Mit dem Wertewandel wachsen auch die Anforderungen, die die jungen Menschen von heute sowohl an die Finanz- und Versicherungsprodukte als auch an die Berater stellen. Bahr spricht von einem guten Versicherungsvermittler als einer Art Concierge, „der die Probleme des Kunden löst, noch bevor sie entstehen“.

Da der Concierge-Service mit dem Verkaufsdruck einer provisionsgetriebener Beratung nur schwer zu vereinbaren ist, rechnet Bahr damit, dass der Trend langfristig in Richtung der Honorarberatung geht. Er rechnet mit einer Mischform aus provisionsfinanzierter und Honorarberatung, die sich zukünftig etablieren wird.


Hintergrundinfo zur Studie: Das Zukunftsinstitut hat zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen You Gov Psychonomics 1.020 Personen im Alter von 16 bis 35 Jahren befragt. Darüber hinaus werteten die Forscher des Zukunftsinstituts Statistiken und demografische Erhebungen sowie vorangegangene Studien zu Megatrends, Wertewandel und soziokulturellen Entwicklungen aus.
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