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Umweltverbände demonstrieren vor dem Bundestag gegen Volkswagen: Mit dem Abgasskandal beschäftigen sich derzeit auch viele Gerichte in Deutschland. | © Getty Images

Urteil im VW-Abgasskandal

Autofahrer erhält Kaufpreis plus Zinsen zurück

Derzeit beschäftigen sich viele Gerichte in Deutschland mit dem VW-Abgasskandal. Vor dem Landgericht Kiel wollte sich ein Skoda-Fahrer den Kaufpreis für sein manipuliertes Dieselfahrzeug gegen Rückgabe des Wagens zurückholen. Nun erhält er noch Zinsen oben drauf. Das Gericht bestätigte eine entsprechende Meldung der Gansel Rechtsanwälte auf Anfrage. Die Berliner Kanzlei hatte den Autokäufer vertreten.

Der Mann kaufte sich im April 2013 einen Skoda Yeti 2.0 für 35.751 Euro. In dem Fahrzeug der Volkswagen-Tochter war ein Dieselmotor mit manipulierter Abschalteinrichtung eingebaut. Im Jahr 2017 ließ der Eigentümer des Wagens ein Software-Update aufspielen. Gleichzeitig verklagte er Volkswagen und forderte sein Geld zurück.

Das Landgericht Kiel entschied nun, dass VW den Wagen zurücknehmen und dem Mann den vollen Kaufpreis erstatten muss. Zusätzlich erhält der Autokäufer 4 Prozent Zinsen pro Jahr – und damit mindestens 9300 Euro mehr, als er für das Fahrzeug bezahlt hat.

Der Zinsanspruch ergebe sich aus Paragraph 849 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), heißt es in der Urteilsbegründung. Maßgeblich für den Zinsbeginn sei die tatsächliche Zahlung des Kaufpreises. Eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer hat das Gericht dagegen nicht angerechnet.

Noch ist das Anfang Oktober gesprochene Urteil allerdings nicht rechtskräftig. VW kann noch Berufung einlegen.

Auch bei einem kürzlich vom Hamburger Landgericht gesprochenen Urteil soll VW den Kaufpreis plus Zinsen an die Klägerin zurückzahlen. Allerdings zog das Gericht für die Nutzung des Wagens eine Gebühr von 11.000 Euro ab.

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