Die Manager des Ganador Spirit Invest: (von links) Guido Berresheim, Cyrus Wardjawand, Alexander Paulus und Ulf Mennenkamp

Die Manager des Ganador Spirit Invest: (von links) Guido Berresheim, Cyrus Wardjawand, Alexander Paulus und Ulf Mennenkamp

Vermögensverwalter-Fonds-Porträt

Ganador Spirit Invest: Flotter Vierer

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Cyrus Wardjawand, Ulf Mennenkamp, Alexander Paulus und Guido Berresheim betreuen seit rund 20 Jahren gemeinsam vermögende Privatkunden – und managen bei der Schweizer EFG Bank seit Auflegung im Jahr 2007 den Ganador Spirit Invest (ISIN LU0326961637). Dem bei der Kapitalanlagegesellschaft Axxion verwalteten Fonds bekam die jahrzehntelange Zusammenarbeit bislang gut: Mit einem durchschnittlichen Plus von 6,44 Prozent per anno über fünf Jahre belegt er unter den 222 bei Morningstar gelisteten, flexiblen Euro-Mischfonds einen ordentlichen 33. Rang – bei einer im Gruppenvergleich niedrigen Drei-Jahres-Volatilität von 4,67 Prozent.

„Wir haben unsere Ziele nach unten korrigiert“

Damit erfüllt der Fonds die Ziele, die sich das vierköpfige Team bei Auflegung gesetzt hatte: „Wir waren ursprünglich darauf aus, jährlich 5 bis 7 Prozent Performance in Kombination mit einer möglichst geringen Volatilität von unter 5 Prozent zu erzielen“, definiert Guido Berresheim die Anlageziele. Er räumt allerdings ein, dass dies im aktuellen Umfeld immer schwieriger zu erreichen ist: „Wir haben daher unsere Zielsetzung auf 4 bis 6 Prozent pro Jahr nach unten korrigiert, da es im Rentenbereich kaum mehr Renditechancen gibt und ein stärkeres Engagement in Aktien unserem Volatilitätsziel zuwiderlaufen würde.“

Renten haben aktuell einen Anteil von 53 Prozent am Portfolio, verteilt auf 70 Titel. Seit Auflegung schwankte der Anteil zwischen 45 und 80 Prozent. Zum Anlageuniversum in Rentenbereich gehören neben Investment Grade-Anleihen in kleinerem Umfang auch Papiere mit höherem Risiko. Berresheim: „Speziell bei Rating-Verschlechterungen im Junk-Bereich kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Kurskapriolen durch Zwangsverkäufe, die wir für unseren Fonds nutzen konnten“, so Berresheim.

„Mit diesem Anlagesegment fühlen wir uns am wohlsten“


Sowohl auf der Anleihen- als auch auf der Aktienseite investiert das Team mit einem Home Bias und bevorzugt Titel aus dem deutschsprachigen Raum. „Mit diesem Anlagesegment fühlen wir uns am wohlsten und pflegen intensive Kontakte zu den Unternehmen“, sagt Berresheim. Das heißt jedoch nicht, dass das Ganador-Team nicht auch weltweit nach Gelegenheiten Ausschau hält. So sind aktuell Titel aus den USA, Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich mit einer Gewichtung von jeweils 3 bis 5 Prozent im Fonds vertreten. Der Anteil deutscher Papiere liegt bei 38 Prozent.

Zu den größten Positionen im Fonds gehören unter anderem die BB Biotech AG und die Wüstenrot-Württembergische, aber auch ein Endlos-Zertifikat auf Xetra-Gold und der Squad Value-Fonds. Berresheim: Wir nutzen bis zu 10 Prozent des Portfolios, um über Fonds externe Expertise für Nischensegmente ins Portfolio zu holen.“ „Dazu gehört neben dem in Nebenwerte investierenden Squad Value auch der KR Fonds Deutsche Aktien Spezial, der auf Abfindungssituationen wie Squeeze-outs spezialisiert ist.

Mit der aktuellen Portfolioaufteilung von rund 30 Prozent Aktien, 51 Prozent Renten, 10 Prozent Kasse und kleineren Beimischungen von Zertifikaten und Fonds will das Team ins neue Jahr gehen. „Wir erwarten keine entscheidende Veränderung der Großwetterlage an den Finanzmärkten und fühlen uns mit der aktuellen Aufteilung sehr wohl“, sagt Berresheim. Sowohl im Bereich Aktien als auch bei Anleihen dürfe es indes schwierig sein, günstige neue Kaufgelegenheiten zu finden.

„Das war für uns keine Option“

Deutliche Veränderungen wird es 2015 hingegen in anderer Hinsicht geben: „Wir werden uns zum Ende dieses Jahres als Vermögensberatungseinheit aus der EFG Bank heraus lösen und zukünftig als externe Asset Manager unsere Arbeit in eigener Regie fortführen“, berichtet Berresheim. Nicht, weil es Konflikte gegeben habe, sondern weil geänderte Regularien vorsähen, dass eine Vermögensverwaltung für Privatkunden wegen der erhöhten Anforderungen an Beratung und Dokumentation künftig nur noch über das zentrale Asset Management möglich sei. Berresheim: „Damit hätten wir auch das Management des Fonds, den wir neben den Vermögen verschiedener Kunden autonom betreuen, abgeben müssen. Dies war für uns keine Option, da wir einen eigenen Anlagestil pflegen, den unsere Kunden zu schätzen wissen.“

Ab 2015 wird das Quartett daher samt Mitarbeitern mit einer eigenen Verwaltungsgesellschaft namens Spirit Asset Management S.A. an den Start gehen. Mittelfristig sollen ein Aktien- und ein Rentenfonds das Angebot der Vermögensverwalter erweitern.

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