Frank Zinnecker

Frank Zinnecker

Vermögensverwalter-Fonds-Porträt

HAIG Return Global: Mit drei VW-Aktien fing alles an

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Mit elf Jahren hat der HAIG Return Global noch keine allzu lange Historie. Doch am Steuer des weltweit anlegenden Mischfonds steht Frank Zinnecker, ein Mann mit 46 Jahren Erfahrung auf den Finanzmärkten. Sein Faible für dieses Fachgebiet entdeckte der Geschäftsführer der Holly Hedge Consult GmbH in Frankfurt bereits 1958 im zarten Alter von 17 Jahren: „Ich habe damals bei der Emission drei VW-Aktien gekauft. Die Wertentwicklung war so beeindruckend, dass ich mehr über die Finanzmärkte wissen wollte.“

Sein Anlageziel hat Zinnecker klar umrissen: „Wir wollen einen jährlichen realen Vermögenszuwachs von 5 bis 8 Prozent bei einer durchschnittlichen Volatilität von weniger als 10 Prozent erreichen.“ Seit Auflage des Fonds ist ihm dies mit einer Wertentwicklung von 116 Prozent in Summe auch gelungen, auf Jahresbasis verfehlte er das Ziel in den Krisenjahren 2008 und 2011: „Die Lehman-Krise und die Katastrophe in Japan haben uns – wie so vielen anderen auch – einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zudem haben wir 2011 den Aktienanteil im Nachhinein zu früh erhöht“, räumt der Fondsberater ein. Von den beiden Krisenjahren abgesehen hat sich der Fonds äußerst erfreulich entwickelt, was ihm ein Fünf-Sterne-Rating der Analyseagentur Morningstar sowie 2014 einen Lipper Fund Award einbrachte. So erzielte der HAIG Return Global im vergangenen Jahr ein Plus von 9,22 Prozent und gehört damit zu den besten 15 Prozent der Kategorie „Mischfonds Flexibel Global“. Über drei Jahre erwirtschaftete der Fonds ein Plus von durchschnittlich 12,03 Prozent jährlich, über fünf Jahre waren es 8,61 Prozent und über zehn Jahre 7,03 Prozent.

„Wir verwalten den Fonds aktiv und opportunistisch, er unterliegt keiner Benchmark-Vorgabe“, fasst Zinnecker seinen Anlagestil zusammen. Seine Anlageentscheidungen trifft er nach einem kombinierten Top down- und Bottom up-Ansatz, als Ausgangsbasis dient die Analyse der sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen und der sich daraus ergebenden Ertragsaussichten von Renten, Währungen und Aktien. Der Fonds ist als Total Return-Fonds konzipiert, Aktien und Renten variieren je zwischen 30 und 70 Prozent. Dieser Vorgabe muss Zinnecker aber nicht strikt folgen: So gewichtet er Aktien aktuell mit 60 und Anleihen mit 40 Prozent. Vor einem Jahr sah dies noch ganz anders aus: Damals lag der Rentenanteil bei nur 13 Prozent, erst Mitte 2014 schichtete Zinnecker zunehmend in Anleihen um.

Generell stehen die industrialisierten Länder im Fokus, aktuell hält Zinnecker aber zum Beispiel auch mexikanische Anleihen. Auf der Rentenseite hat sich Zinnecker seit langem von der Vorstellung leiten lassen, dass sich insbesondere die EU und auch die USA in einem deflationären Trend mit sinkenden Inflationsraten befinden. Daher liegen die Fälligkeiten zwischen den Jahren 2022 und 2044. Der europäische Portfolioanteil ist derzeit vorwiegend mit Anleihen aus Italien, Portugal und Spanien bestückt, dazu kommen wegen der positiven Einschätzung des Dollars langlaufende US-Anleihen. Bei der Aktienauswahl orientiert sich Zinnecker an lang laufenden Branchentrends und deren Produktperspektiven, zu denen er unter anderem die Bereiche Biotech, Gesundheitswesen und Technologie mit Unternehmen wie Apple, Bayer, Roche, Novartis und Airbus zählt. Vom schnellen Hin und Her hält der Fondsberater nichts: „Viele Renten- und Aktienpositionen halten wir seit Jahren im Portfolio. Das entspricht unserem Credo, mit dem festgelegten Strategie-Ansatz über längere Zeiträume marktunabhängig nachhaltige Erträge erzielen zu können.“

Für 2015 gibt sich Zinnecker zuversichtlich: „Neben der relativ guten US-Konjunktur sollten der Ölpreisverfall und die Dollarstärke in den übrigen westlichen Ländern wie eine Konjunkturspritze wirken. Deshalb bleiben wir für die Aktienmärkte insbesondere im Euro-Raum positiv gestimmt.“ Allerdings werde das Jahr angesichts wichtiger strategischer Entscheidungen seitens der Zentralbanken und Regierungen einige Überraschungen mit unliebsamen Fluktuationen in den verschiedenen Anlageklassen für die Anleger bereithalten. Eine Verkürzung der Laufzeitenstruktur des Rentenportfolios schließt Zinnecker daher nicht aus.

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