Zu viele Rentner: Für Japans Anleihemarkt wird es eng

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Rund eine Billionen Euro ist Japans Public Pension Fund schwer – er ist der größte seiner Art weltweit. Der Fonds werde im laufenden Geschäftsjahr, das im März endet, Anleihen im Wert von 4 Billionen Yen abstoßen, berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg. Das sind umgerechnet fast 36 Milliarden Euro.

„Wir werden jetzt generell zum Netto-Verkäufer“, sagte der Präsident des Fonds, Takahiro Mitani zu Bloomberg. Der Fonds benötigt das Geld für Pensionszahlungen, wenn der erste Baby-Boomer-Jahrgang im kommenden Jahr 65 wird und in Rente geht. Bisher war der Fonds einer der größten Käufer japanischer Staatsanleihen und half so, den enormen Schuldenberg mitzufinanzieren. Japan ist mit mehr als dem doppelten jährlichen Bruttoinlandsprodukt verschuldet. Externe Anleihekäufer sind kaum unter den Gläubigern.

Bisher liegt die Rendite einer japanischen Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit bei 1,2 Prozent. Das könnte sich nun ändern, wenn der Fonds als Käufer aussteigt. Die Regierung bekommt nun die Quittung für eine überalterte Bevölkerung und jahrelanges Missmanagement.

Mit höheren Zinssätzen wird ihr Schuldenberg unerträglich werden. Also muss sie ihren Haushalt sanieren und die Schulden senken – inklusive Steuererhöhungen und gekürzter Ausgaben. Alternativen wären, Geld zu drucken wie die USA oder umzuschulden wie einst Argentinien. Nur würde sie damit ihr eigenes Volk um seine Ersparnisse bringen. Wie auch immer sich Japan entscheidet – schmerzhaft wird es auf jeden Fall.

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