Sammelt einsame Socken und flucht schon mal bei der Arbeit: Douglas Scott (Kames Capital).

22 Fragen an Douglas Scott

„Homer Simpson wäre der bessere Präsident“

  1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Als mein Vater mir erklärt hat, dass der einzige Weg Geld zu verdienen darin besteht, mit Geld zu arbeiten. Der Satz ist bei mir hängen geblieben. Es klappt allerdings nicht immer, wie ich heute weiß. Und bei meinem Vater war es genau genommen auch nicht zutreffend: Er leitete das örtliche Sozialamt – hatte also immer mit Leuten ohne Geld zu tun, die Geld wollten

  1. Wären Sie nicht Fondsmanager geworden, wären Sie heute …

Aktuar. Ich hatte schon eine entsprechende Ausbildung begonnen und bekam es auf dem Weg zur Prüfung auch mit Fragen zum Thema Investment zu tun. Das war irgendwie spannender

  1. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Mir wurde gesagt, ich soll hier meinen Chef erwähnen. Er ist einfach wunderbar und mit Sicherheit besser als der Chef jedes einzelnen Lesers dieser Zeilen. Worte können das kaum beschreiben … ich bin so glücklich!

  1. Welche andere Persönlichkeit imponiert Ihnen?

Der Chef meines Chefs – und Mahatma Gandhi, auch wenn er anders als die beiden anderen nicht mehr unter uns weilt

  1. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Als Legastheniker war ich noch nie ein begeisterter Leser. Trotzdem empfehle ich allen Fondsmanagern „Von Mäusen und Menschen“ von John Steinbeck. Es ist kurz nach der Weltwirtschaftskrise erschienen und erinnert uns alle daran, wie gut es uns heute geht

  1. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Ich fluche viel und mache mir Stress – auch wenn es wahrscheinlich nichts hilft

  1. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Ich fluche weniger, habe weniger Stress und behalte meinen Job

  1. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Zu heiraten und Vater von zwei Kindern zu werden – auch wenn diese mittlerweile Teenager sind und mit meinen Nerven spielen

  1. Welchem verpassten Investment trauern Sie noch heute nach?

Wenn es um Aktien geht, ist die Liste zu lang, um sie hier wiederzugeben. Darüber hinaus habe ich 2001 in London einmal einen silbernen Aston Martin aus den 60er Jahren gesehen, wie er auch in den James-Bond-Filmen verwendet wurde. Wenn ich ihn mir hätte leisten können, hätte ich ihn gekauft, und er wäre heute viel mehr wert als damals. Gefahren hätte ich ihn natürlich nie: Britische Autos sind Schrott – genauso wie mein erstes Auto, ein Franzose. Seither fahre ich deutsche Autos und bin momentan mit meinem Audi A5 vollauf zufrieden

  1. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

Der vermeintliche Führer der freien Welt schlägt vor, Covid-19 mit UV-Licht zu behandeln oder Desinfektionsmittel zu spritzen – was für ein Armleuchter!

  1. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Politikern. Jedem, der von sich aus Politiker werden möchte, sollte dies verboten werden

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