Bis zum Matchball immer auf den jeweils nächsten Punkt konzentriert: JOHCM-Manager Giorgio Caputo.

22 Fragen an Giorgio Caputo

„Blade Runner – ein prophetisches Meisterwerk”

  1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?

Ich bin in New York in den konsumfreudigen 80ern aufgewachsen – als einziger Sohn zweier Europäer, die als Kinder den Zweiten Weltkrieg erlebt hatten. Das war mitunter ein ganz schönes Kontrastprogramm

  1. Wären Sie nicht Fondsmanager geworden, wären Sie heute …

… Ingenieur oder Mitarbeiter einer Verbraucherschutzbehörde. Im Zeitalter von Big Data könnten viele Konsumenten diese Hilfe sicher gut gebrauchen

  1. Haben Sie ein berufliches Vorbild?

Jean Marie Eveillard. Er ist nicht nur ein hervorragender Value-Investor, sondern auch in vielen anderen Bereichen eine beeindruckende Persönlichkeit

  1. Welche andere Persönlichkeit imponiert Ihnen?

Die Arbeiten von Daniel Khaneman und Amos Tversky haben mich schon als Student fasziniert. Ich hatte das Glück, Vorlesungen von Professor Timothy Van Zandt zum Thema "Economics of Uncertainty" zu hören – das hat mir die Augen dafür geöffnet, wie irrational menschliches Verhalten sein kann

  1. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?

Vier Bücher, in dieser Reihenfolge: Margin of Safety von Seth Klarman, Competition Demystified von Bruce Greenwald, Thinking Fast and Slow von Daniel Kahneman, Sapiens von Yuval Harari.

  1. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?

Unser Team orientiert sich an Spitzensportlern wie Rafael Nadal, die sich immer nur auf ihren jeweils nächsten Punkt konzentrieren. Das Match ist lang

  1. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?

Man ist niemals so clever wie man sich fühlt, wenn die Dinge gut laufen und wahrscheinlich nie so schlecht wie man sich fühlt, wenn sie schlecht laufen. Deshalb sollte eine starke Leistung ebenso hinterfragt und analysiert werden wie eine schwache

  1. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanager?

Ein Dankesbrief von meiner Mutter, die von Anfang an zu unseren Anlegern gehört, hat mich sehr gerührt

  1. Welchem verpassten Investment trauern Sie noch heute nach?

In der Statistik gibt es zwei verschiedene Arten von Fehlern: eine schlechte Investition zu tätigen und eine gute Investition zu verpassen. Letzteren hinterherzulaufen bringt nichts – wir konzentrieren uns voll und ganz darauf, unsere Kunden vor ersterem zu schützen

  1. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?

In meiner Jugend habe ich mich sehr über Niederlagen im Schach oder Tischtennis geärgert. Heute verliere ich viel häufiger, ärgere mich aber glücklicherweise weniger

  1. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?

Ich habe genug an mir selbst zu verbessern

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